Straftaten gehen weiter zurück

Auch 2018 sind die Straftaten in Wiesbaden zurückgegangen. Grund zur Sorge gibt es trotzdem: Das Sicherheitsgefühl der Bürger ist ebenfalls gesunken. Diese und weitere Erkenntnisse wurden bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018 vorgestellt.

Straftaten gehen weiter zurück

Gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden hat die Polizei Westhessen am Freitagmorgen die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt. Dabei konnten Bürgermeister Oliver Franz und Polizeipräsident Stefan Müller erfreuliche Zahlen vorweisen: „Im vergangenen Jahr wurden mit 20.364 Fällen das geringste Gesamtstraftatenaufkommen seit 1984 vorgestellt.“ Das entspricht einem Rückgang von 11,9 Prozentpunkten, oder auch 2746 Fällen. Auch die Aufklärungsquote konnte — wie bereits im Vorjahr — erneut verbessert werden: Sie liegt mit 64 Prozent auf dem höchsten Wert seit 1984.

Bei der Präsentation der Kriminalstatistik wurden nicht nur absolute Zahlen präsentiert, sondern auch aufgeklärt, welche Arten von Straftaten insgesamt begangen wurden. Den größten Block stellen erneut Diebstähle dar, sie haben einen Anteil von 37 Prozent an den Gesamtstraftaten. Insgesamt 7541 Fälle wurden erfasst, im Vorjahr waren es 8559. Die Aufklärungsquote lag bei 37,2 Prozent. Auf Rang zwei sind Vermögens- und Fälschungsdelikte, die einen Anteil von 18,7 Prozent an Straftaten darstellen. Gab es 2017 noch 5220 Fälle, waren es 2018 noch 3807.

Körperverletzungen rangieren mit 12,7 Prozent auf Rang 3 aller verübter Straftaten 2018. Doch auch hier ist ein Rückgang zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2017 (2720 Fälle) sanken die Körperverletzungsdelikte 2018 auf 2584 Fälle. Beachtlich: Davon konnten 2348 Fälle aufgeklärt werden.

Sicherheitsgefühl stärken

„Der niedrigste Wert seit 1989.“ - Polizeipräsident Müller zu Straßenkriminalität

„Wir haben inzwischen ein Aufklärungsniveau von 64 Prozent erreicht“, resümmierte Müller. „Viel höher geht es bald kaum mehr.“ Trotzdem, dem waren sich alle Beteiligten bewusst, wirken sich diese Zahlen nicht auf das weiter schwindende Sicherheitsgefühl der Wiesbadener aus. Umso erfreulicher war die Tatsache, dass Straftaten im Bereich der Straßenkriminalität, die hauptursächlich für das Sicherheitsempfinden sind, erneut zurückgegangen sind. 4139 Fälle stellen — im Vergleich zum Vorjahr — ein Rückgang von 11,7 Prozent dar. „Das ist der niedrigste Wert seit 1989“, so Müller.

„Jede gefundene Waffe ist eine zu viel.“ - Polizeipräsident Müller

Zurückzuführen sei diese Entwicklung laut Müller auf den deutlich erhöhten Kontrolldruck, nicht zuletzt durch die neue Waffenverbotszone. Außerdem gehe man konsequenter gegen Mehrfach- und Intensivtäter vor. Bezüglich der Waffenverbotszone zeigten sich Franz und Müller zufrieden. Zwar sei es noch zu früh, das Projekt mit einem Evaluierungszeitraum von drei Jahren zu bewerten. 34 sichergestellte Waffen und waffenähnliche Gegenstände zeigten aber, dass der Bedarf für die Zone da ist. „Und das wird sich in den warmen Monaten sicherlich noch einmal steigern“, sagt Müller. „Nicht zuletzt sollte man festhalten: Jede gefundene Waffe ist eine zu viel, die im Extremfall erhebliche Schäden anrichten kann.“ (nl)

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