Rund 20.000 Straftaten in Wiesbaden im vergangenen Jahr

Mord, Betrug und Körperverletzungen stehen in der Kriminalstatistik für das Wiesbadener Stadtgebiet. Während manche Delikte rückläufig sind, hat die Zahl anderer Verbrechen zugenommen.

Rund 20.000 Straftaten in Wiesbaden im vergangenen Jahr

20131 Fälle hatte die Polizei im Wiesbadener Stadtgebiet im Laufe des Jahres 2019 zu bearbeiten. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik der Stadt hervor. So niedrig lag der Wert laut Polizeipräsident Stefan Müller schon seit 1984 nicht mehr. Dabei seien besonders die Straftaten, die sich auf offener Straße abspielen, gesunken.

In der Öffentlichkeit

Insgesamt 372 Mal wurden die Beamten gerufen, weil es zu Körperverletzungen auf öffentlichen Plätzen, Straßen oder Wegen kam, 84 Mal wegen Straßenraubs. „Drei von vier Straßenraubdelikten konnten wir dabei aufklären“, berichtet der Polizeipräsident.

Sexualdelikte

Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Sexualdelikte. Laut Statistik gab es 24 Fälle von sexuellen Übergriffen und Nötigung. Straftaten gegen das Leben verzeichnete das Polizeipräsidium 10, wovon 9 Fälle aufgeklärt werden konnten. Drei Mal handelte es sich um Mord, sieben Mal um Totschlag oder Tötung auf Verlangen. Diese Zahl lag im Vorjahr noch bei 11 Fällen.

Ältere Menschen

Gestiegen seien hingegen Straftaten zu Lasten älterer Menschen. „Hier kamen wir 2019 auf 101 Delikte“. Allein 82 Mal haben Trickdiebe einen Diebstahl versucht, 69 Mal seien sie erfolgreich gewesen. So sei ein Gesamtschaden von rund 243.000 Euro entstanden. Finanziell schwerer wogen jedoch drei Fälle, bei denen sich Betrüger als Polizisten oder andere Amtsträger ausgaben. In diesen Fällen entstand ein Gesamtschaden von mehr als 620.000 Euro.

Straftaten durch Zuwanderer

1001 Straftaten, also 4,2 Prozent aller Delikte in Wiesbaden, wurden 2019 durch Zuwanderer begangen. In den meisten Fällen (273) handelte es sich Körperverletzungen. 179 Mal kam es zu sogenannten „Vermögens- und Fälschungsdelikten, in 89 Fällen davon ging es um Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln. Weitere 144 Mal mussten die Beamten wegen Ladendiebstahls gegen Zuwanderer ermitteln.

Einbrüche

Zu Wohnungseinbrüchen wurde die Polizei 387 Mal gerufen. In 175 Fällen davon waren die Einbrecher erfolgreich. „Damit ist die Zahl der Einbrüche im Vergleich zu 2018 um 31,9 Prozent gesunken. So wenige Einbrüche gab es seit 2006 nicht mehr“, fasst Victor Lekic, Leiter der Kriminaldirektion, zusammen.

Aufklärung

Mit Blick auf alle Straftaten in Wiesbaden lag die Aufklärungsquote durch die Polizei bei 64,5 Prozent. Auch das sei für die Polizei der beste Wert seit 1984, betonte Müller bei der Vorstellung der Zahlen. (ts)

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