Polizei bestätigt: Immer mehr Fahrraddiebstähle im Westend

Anwohner im Westend beklagen sich über immer mehr und immer dreistere Fahrraddiebstähle - auch aus Kellern und Hausfluren. ADFC und Polizei bestätigen das und geben Tipps, wie man sich schützen kann.

Polizei bestätigt: Immer mehr Fahrraddiebstähle im Westend

Wiesbaden ist nicht unbedingt als Radfahrer-Paradies bekannt. Die Stadt tut viel, um ihrem schlechten Ruf entgegen zu wirken. Unabhängig von Diskussionen über Schutzstreifen und Fahrradständer gibt es aber ein Problem, das Radfahrer wirklich bekümmert: Fahrraddiebstahl. Merkurist-Leser Matthias berichtet von einem Vorfall bei sich im Haus:

Fahrraddiebstahl ist ein Problem

„Fahrraddiebstähle sind bei uns ein größeres Thema als in vergangenen Jahren.“ - Eru Frank, ADFC Wiesbaden

„Fahrraddiebstahl ist ein generelles Problem, das wir wahrnehmen“, sagt Daniel Sidiani, Referent für Mobilität im Wiesbadener Verkehrsdezernat. Das bestätigt auch Eru Frank, 1. Vorsitzender des ADFC Wiesbaden: „Fahrraddiebstähle sind bei uns ein größeres Thema als in den vergangenen Jahren“.

Diebstähle aus Kellern und Hausfluren

„Einer Freundin von mir ist ein hochwertiges Rad gezielt aus dem verschlossenen Keller entwendet worden. Man kann davon ausgehen, dass hochwertige Räder aktiv ausgespäht und gezielt gestohlen werden. Dabei gehen die Diebe oft sehr professionell und rücksichtslos vor“, so Eru Frank.

„Mittlerweile bekommt man auf dem Schwarzmarkt für ein Fahrrad wesentlich mehr Geld als früher für ein Autoradio oder ein Navigerät.“ - Andreas Hemmes, Polizei Wiesbaden

Auch die Wiesbadener Polizei verzeichnet seit Herbst 2017 mehr Keller-Einbrüche im Westend, bei denen Fahrräder gestohlen wurden. „Es ergeben sich Hinweise darauf, dass es sich häufig um Beschaffungskriminalität handelt. Mittlerweile bekommt man auf dem Schwarzmarkt für ein Fahrrad wesentlich mehr Geld als früher für ein Autoradio oder ein Navigerät“, sagt Andreas Hemmes, Pressesprecher der Polizei Wiesbaden. Bevorzugt würden hochwertig aussehende Mountainbikes, Rennräder und zunehmend auch E-Bikes gestohlen.

Keller oft schlecht gesichert

Die Polizei sieht ein Problem in mangelnden Sicherheitsvorkehrungen: „Oftmals sind Keller absolut unzureichend gesichert oder es lässt sich viel zu einfach die Mechanik der Türen überwinden“, so Hemmes. Die Polizei rät deshalb dazu, Keller und Garagen besonders sorgfältig zu sichern. Räder sollten außerdem grundsätzlich, auch im Hausflur oder Keller, festgeschlossen werden. Dazu solle man ein möglichst massives Schloss und kein Spiralschloss verwenden.

Das unterschreibt auch Eru Frank. Er hat in seinem Keller eigens dafür Bodenanker installiert. Polizei und ADFC empfehlen Radfahrern zusätzlich, einen Fahrradpass auszufüllen. Der erleichtert es, gestohlene Fahrräder zu identifizieren. Einen solchen Pass gibt es mittlerweile auch als App.

Codierung soll helfen

Außerdem raten sowohl ADFC als auch Polizei dringend zur Sicherheitscodierung von Fahrrädern und bieten diese auch kostenlos an. Bei der Codierung wird am Rahmen des Fahrrads ein Zahlencode angebracht, mit dem sich der Besitzer eines gestohlenen Rades ermitteln lässt. Dieser Code, so Frank, sei quasi unmöglich zu entfernen - jedenfalls nicht, ohne deutliche Spuren und Beschädigungen am Fahhrrad zu hinterlassen. Das schrecke gerade professionelle Diebe ab, denn durch den Code sei ein gestohlenes Rad nur schwer weiterzuverkaufen.

Kommende Termine für eine kostenlose Fahrrad-Codierung sind der Tag der Offenen Tür der Polizei am 26. August beim Polizeipräsidium Westhessen und die Fahrradbörse des ADFC am 8. September auf dem Bahnhofsvorplatz.

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