Spendenaktion: Wiesbadener Bäcker verkauft „Ukrainer“

Mit einer besonderen Aktion will ein Bäcker aus Wiesbaden nicht nur auf den Krieg in der Ukraine aufmerksam machen, sondern vor allem Spenden für die Menschen vor Ort sammeln. Er verkauft nun „Ukrainer“ statt „Berliner“.

Spendenaktion: Wiesbadener Bäcker verkauft „Ukrainer“

Ein Wiesbadener Bäcker macht aus „Berlinern“ jetzt „Ukrainer“. Seit Dienstag hat Markus Bürger vom Backhaus Bürger seine eigene Kreation des Kreppels im Sortiment. Die „Ukrainer“ werden bei ihm klassisch hergestellt und mit Marmelade gefüllt, dann werden sie vom Bäcker mit gelber Zuckermasse und blauem Zuckerguss überzogen, um die Farben der ukrainischen Nationalflagge zu symbolisieren.

Wie Bürger im Gespräch mit Merkurist zugibt, stammt die Idee des „Ukrainers“ allerdings nicht von ihm selbst. Stattdessen brachte ihn ein Redakteur eines Wiesbadener Onlineportals auf die Idee, nachdem ähnliche Kreppel mit Ukraine-Bezug bereits in einer Bäckerei in Böblingen (Baden-Württemberg) verkauft würden. „Als ich davon gehört habe, dachte ich sofort: Da machen wir mit“, sagt Bürger.

Kreppel-Verkauf als Spendenaktion

Einen Teil der Kreppel-Einnahmen spendet der Bäcker an den „Partnerschaftsverein Wiesbaden-Schierstein* Kamenez-Podolski e.V.“. Dieser unterstützt Menschen in der ukrainischen Stadt Kamenez-Podolski. „Wir verkaufen den ‘Ukrainer’ für 2,50 Euro pro Stück, einen Euro pro ‘Ukrainer’ spenden wir direkt an den Verein.“ Wie Bürger sagt, sei auch die Wiesbadener Volksbank inzwischen auf seine Idee aufmerksam geworden und will nun für jeden verkauften „Ukrainer“ nochmal einen Euro spenden. „Wir werden kein Geld abzwacken, sondern die Einnahmen wie versprochen auch so direkt an den Verein spenden“, so Bürger.

Seit dem 1. März hat der Wiesbadener Bäcker die Spenden-Kreppel im Sortiment, wie lange das so bleibt, weiß er noch nicht. „Momentan sind die ‘Ukrainer’ sehr gefragt, daher werden wir die Aktion weiterführen“, so Bürger.

Rührende Rückmeldung

Negative Rückmeldungen habe er bisher noch nicht wegen der „Ukrainer“ erhalten, sagt Bürger – dafür viel Zuspruch für die Aktion und ein besonderes Lob. „Eine ältere Dame, die eine ukrainische Kriegsflüchtige bei sich aufgenommen hat, kam in den Laden und hat gleich drei Kreppel gekauft. Als sie der Flüchtlingsfrau den ‘Ukrainer’ gezeigt hat, sind ihr die Tränen gekommen. Es hat sie wohl sehr berührt, dass die Menschen in Deutschland Anteil am Krieg in der Ukraine nehmen“, berichtet Bürger von einem Gespräch mit einer Kundin. Später habe die Wiesbadenerin dann Bürger von der rührenden Geschichte erzählt. „Das motiviert mich natürlich, wenn es bei den Menschen so gut ankommt.“

„Hoffentlich kommt in den nächsten Wochen noch viel Geld für die Menschen in der Ukraine zusammen.“ - Markus Bürger

Bisher sind durch den Verkauf der „Ukrainer“ rund 500 Euro zusammengekommen, sagt Bürger, dazu kämen nach aktuellem Stand nochmal 500 Euro von der Wiesbadener Volksbank. Der Bäcker sagt: „Hoffentlich kommt in den nächsten Wochen noch viel Geld für die Menschen in der Ukraine zusammen. Auch wir werden weiter versuchen, unseren Beitrag zu leisten.“

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