In Wiesbaden erinnert ab sofort die „Fritz-Bauer-Anlage“ an den früheren hessischen Generalstaatsanwalt. Am Dienstag (1. September) haben Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeisterin Christiane Hinninger ein Informationsschild in der Grünanlage am Kranzplatz enthüllt.
Fritz Bauer (1903-1968) gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten bei der juristischen Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Besonders sein Einsatz für das Zustandekommen der Frankfurter Auschwitz-Prozesse ist von herausragender Bedeutung. Die Einweihung fand bewusst am 1. September, dem Antikriegstag, statt.
„Mit der Fritz-Bauer-Anlage schaffen wir mitten in unserer Stadt einen sichtbaren Ort der Erinnerung“, so Oberbürgermeister Mende. „Fritz Bauer steht für die Überzeugung, dass eine demokratische Gesellschaft sich ihrer Vergangenheit stellen und Verantwortung übernehmen muss.“
Dauerhafte Gedenkstele geplant
Bürgermeisterin Hinninger betonte die Bedeutung von Gedenkorten im öffentlichen Raum: „Gedenkorte entfalten ihre Wirkung gerade dann, wenn sie Teil unseres Alltags sind. Menschen kommen an ihnen vorbei, bleiben vielleicht stehen, lesen einen Namen oder eine Information und beginnen, sich mit der Geschichte dahinter zu beschäftigen. Genau das wünschen wir uns auch hier.“
Bei dem enthüllten Informationsschild handelt es sich um eine Zwischenlösung. Im kommenden Jahr soll im Zuge der geplanten Neugestaltung des Kranzplatzes eine dauerhafte Gedenkstele errichtet werden. Diese soll dann in die Gesamtplanung der Anlage integriert werden.