Grippewelle: Früherer Beginn überrascht Wiesbadener Gesundheitsamt

Grippe- und RS-Viren sorgten zum Jahresende für überfüllte Arztpraxen und Kliniken. Was sagt das Wiesbadener Gesundheitsamt dazu?

Grippewelle: Früherer Beginn überrascht Wiesbadener Gesundheitsamt

Hohe Personalausfälle, volle Kliniken, überfüllte Kinder- und Hausarztpraxen: Eine Krankheitswelle im Dezember hat auch in Wiesbaden vielen Einrichtungen zu schaffen gemacht. Wie kommt es, dass Gesundheitsamt und Krankenhäuser nicht darauf vorbereitet waren? Und wie sieht die Lage jetzt aus? Auf die Frage eines Merkurist-Lesers hin haben wir beim Wiesbadener Gesundheitsamt nachgefragt.

Auf einen Anstieg der Corona-Fallzahlen, wie er derzeit auch tatsächlich in Wiesbaden zu beobachten ist, hätte sich das Gesundheitsamt schon im Voraus eingestellt, so ein Sprecher der Stadt Wiesbaden. So seien beispielsweise die Prozesse zur Fallbearbeitung optimiert worden. Mit einer derart großen Krankheitswelle von anderen Erregern habe das Gesundheitsamt jedoch nicht gerechnet – zumindest nicht so früh. „Der frühe Beginn der Grippewelle im Vergleich zu vorpandemischen Jahren kam überraschend“, heißt es von der Stadt.

RS-Virus schwer einzuschätzen

Insbesondere das unter Kindern grassierende RS-Virus hatte im Dezember in der deutschen Öffentlichkeit für Schrecken gesorgt. Einen noch größeren Anteil an den akuten Atemwegserkrankungen (ARE) als das das RS-Virus hätten jedoch tatsächlich Influenzaviren gehabt – also die Grippe.

Wie sich das Infektionsgeschehen mit Corona, der Grippe und dem RS-Virus weiter entwickelt, könne aufgrund des Jahreswechsels gerade schwer abgeschätzt werden. „Generell kann die Lage nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel epidemiologisch nicht in gleicher Weise wie im restlichen Jahr bewertet werden, da Schulen und Kitas geschlossen sind und das Kontaktmuster und Mobilitätsverhalten in der Bevölkerung anders ist“, erklärt die Stadt Wiesbaden. Hinzu käme, dass das RS-Virus im Gegensatz zu Corona und Grippeviren nicht meldepflichtig ist und somit schwer beobachtet werden könne.

Die Auslastung der Wiesbadener Krankenhäuser habe sich jedoch mittlerweile verbessert. „Die Situation ist inzwischen entspannter“, melden beispielsweise die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) über das Gesundheitsamt. „Es werden keine Patienten abgewiesen.“

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