Berechnung: Was der Ausfall der Salzbachtalbrücke täglich kostet

Die Städte Mainz und Wiesbaden gaben eine gemeinsame Erklärung heraus.

Berechnung: Was der Ausfall der Salzbachtalbrücke täglich kostet

Seit die Salzbachtalbrücke am 18. Juni voll gesperrt wurde, habe deren Ausfall als Verkehrsweg immense Kosten verursacht. Das gaben nun die beiden Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden in einer gemeinsamen Erklärung bekannt.

Laut Berechnungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wiesbaden habe der Ausfall der Brücke täglich Kosten in Höhe von mindestens 350.000 Euro verursacht. Seit dem Tag der Sperrung hätten sich damit die Kosten auf insgesamt über 52 Millionen Euro summiert, wenn man nur die Werktage berücksichtige. Bis zur geplanten Neueröffnung des südlichen Brückenteils Ende März 2023 würden die Gesamtkosten bei über 190 Millionen Euro liegen. „Täglich geht wertvolle Zeit in Staus und auf Umleitungsstrecken verloren“, so Gastl. Dennoch sei die Sprengung der Brücke ein „wichtiger Zwischenschritt zum Neubau“ gewesen.

Immense Kosten für Unternehmen und Pendler

Grundlage der Berechnungen seien die rund 80.000 Fahrzeuge gewesen, die die Brücke laut Straßenverkehrszählung der Bundesanstalt für Straßenwesen täglich passiert hätten. Der Schadenswert ergebe sich zum einen aus den Kosten durch zusätzlich gefahrene Kilometer aufgrund von Umwegen, aus zusätzlichen Personalkosten für den Lkw-Verkehr und aus distanzabhängigen Zeitkosten für den Pkw-Verkehr.

Hinzu käme die deutlich größere Zahl an Pendlern, auf die sich die Sperrung auswirke. Nicht in die Berechnung mit eingeflossen seien zudem individuelle Umsatzeinbußen und der Verlust an Produktivität bei den Unternehmen, zusätzliche Belastungen von Verkehrsinfrastrukturen sowie Umwelt- und Gesundheitskosten.

„Unsere Berechnungen bilden den absoluten Mindestbetrag ab, den uns der Brückenschaden jeden Tag kostet“, so Dr. Christian Gastl, Präsident der IHK Wiesbaden. „Gerade auch das kleinbetriebliche Handwerk ist auf eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur zwingend angewiesen“, sagt Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden. „Bei allen Überlegungen zu modernen Mobilitätskonzepten und dem Ausbau des ÖPNV darf die Bedeutung der Straßen für den Gewerbeverkehr nicht aus dem Blickfeld geraten.“

Hintergrund:

Seit der Sperrung haben sich die Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern Wiesbaden und Rheinhessen zusammengeschlossen, um sich über die aktuellen Entwicklungen rund um die Salzbachtalbrücke auszutauschen.