So wird die Wiesbadener Weihnachtszeit mit Corona

Bei einer Pressekonferenz informierten Verantwortliche und Vertreter der Stadt über die Weihnachtsformate in diesem Jahr. Klar ist: Das Risiko ist groß - aber der Wille, den Wiesbadenern trotz Corona eine schöne Weihnachtszeit zu bieten auch.

So wird die Wiesbadener Weihnachtszeit mit Corona

Mit einem Glühwein in der Hand in der Menge stehen, Neuankömmlinge mit Küsschen begrüßen und sich gemeinsam seinen Weg durch die engen Gassen zum nächsten Stand bahnen — all das, was sonst auf dem Sternschnuppenmarkt normal ist, wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Markt und die Weihnachtsformate um ihn herum werden sich aufgrund der Corona-Pandemie anders anfühlen als sonst — aber sie sollen nach aktuellen Planungen stattfinden.

Sternschnuppenmarkt auf mehreren Plätzen verteilt

Wie bereits im September beschlossen, soll der Sternschnuppenmarkt auf verschiedene Plätze aufgeteilt werden (wir berichteten). So sollen auf dem Schlossplatz, dem Bowling Green, dem Kranz- und Luisenplatz verschiedene Stände und Angebote auf die Besucher warten. Die Weihnachtskrippe findet in diesem Jahr ihren Platz seitlich der Marktkirche. An welche genauen Regeln sich die Besucher von Marktbeginn am 24. November bis zum Ende am 23. Dezember halten müssen, wollen die Verantwortlichen mitteilen, wenn die Planungen finalisiert sind. Klar ist, dass an eingezäunten Bereichen eine Zugangskontrolle mit Erfassung der Personendaten erfolgen wird. Im Bereich der Kunsthandwerker-Stände wird eine Maskenpflicht gelten.

Winterstubb bleibt

Die Winterstubb mit ihrem Riesenrad bleibt weiterhin auf dem Mauritiusplatz bestehen. Allerdings wird das Angebot an die Corona-Auflagen angepasst. So wird es sowohl im Inneren Essen und Trinken geben, als auch einen To-Go-Verkauf. Um die nötigen Abstände zu wahren und die Besucher vor einer möglichen Infizierung mit dem Virus zu schützen, wird die erste Etage der Stubb gesperrt. Dort wird es erfahrungsgemäß sehr eng. Näheres will der Betreiber noch mit dem Gesundheitsamt absprechen. Die Winterstubb wird vom 24. November 2020 bis zum 10. Januar 2021 geöffnet sein.

ESWE Eiszeit ohne Eisbahn

Die ESWE Eiszeit findet in diesem Jahr entlang der Kurhauskolonnaden statt. Dort wird es zwar keine Schlittschuhbahn mehr geben, dafür aber wie gewohnt drei Bahnen zum Eisstockschießen. Die Lumen Alm wird durch ein neues gastronomisches Angebot ersetzt, das in verschiedenen Zelten und einem an allen Seiten offenen Iglu angeboten wird. Außerdem soll es einen Riesling-Bulli des Weinguts Balthasar Ress geben. Weitere Details zum neuen Konzept findet Ihr hier.

Shuttle und digitale Angebote in Planung

Um den entzerrten Markt für alle bequem zugänglich zu machen, plant die zuständige Wiesbaden Congress & Marketing GmbH einen Shuttle zwischen den Plätzen. So könnte zum Beispiel die Touristikbahn Thermine die Besucher von Ort zu Ort bringen. Außerdem plant man eine digitale Lösung, mit der die Gäste des Markts einsehen können, welcher Platz gerade besonders stark ausgelastet ist. Zum Beispiel in Form einer Unterseite auf der Webseite der Stadt und einer App.

Keine Sanktionen für Absagen

Sowohl die Verantwortlichen der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH als auch Bürgermeister Oliver Franz (CDU), freuen sich, dass der Markt möglich gemacht werden kann. Zumindest dann, wenn es die bis dahin gültigen Corona-Auflagen zulassen. „Mit dem Sternschnuppenmarkt, der ESWE-Eiszeit und der Winterstubb können sich die Besucher auf tolle Erlebnisse freuen - trotz Corona“, so Franz. Er freut sich über alle Beschicker, die teilnehmen werden, bekundet aber auch ein großes Verständnis für diejenigen, die das nicht tun werden. Jeder habe andere wirtschaftliche Voraussetzungen, weshalb das sehr verständlich wäre. Elf - darunter neun Kunsthandwerker und zwei Gastronomen - haben aufgrund der zu erwartenden wirtschaftlichen Einbußen bisher abgesagt. Sanktionen wie ein Bußgeld wird es für sie nicht geben.

Teilnehmende Beschicker sind froh über Chance

„Was sollte ich sonst in der Weihnachtszeit tun?“ - Ingrid Schiller, Kunsthandwerkerin

Die Beschicker, die teilnehmen werden, setzen sich einem großen wirtschaftlichen Risiko aus. Auch, weil es sein kann, dass der Markt aufgrund des Infektionsgeschehens doch noch kurzfristig abgesagt werden muss. Für viele von ihnen ist ein Winter ohne Sternschnuppenmarkt aber nicht denkbar. „Ich bin seit 16 Jahren jedes Jahr beim Sternschnuppenmarkt dabei. Ich liebe das einfach. Was sollte ich sonst in der Weihnachtszeit tun?“, sagt Kunsthandwerkerin Ingrid Schiller. Winzer Johannes Ohlig vom gleichnamigen Weingut schließt sich an. Er findet die Lösung gut und hofft auf eine große Resonanz. Und Otto Barths, der die Winterstubb betreibt, freut sich schon auf den Markt: „In diesem Jahr geht es wirklich darum, den Leuten trotz allem eine weihnachtliche Stimmung zu bieten, nicht um Profit.“ (js)

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