Polizei geht gegen Autoposer vor

Sie protzen, posen und tunen: Die Polizei beklagt immer mehr sogenannter Autoposer in Wiesbaden. Eine neue Stelle wird diese deshalb nun gezielt ins Visier nehmen - die ersten Poser wurden schon aus dem verkehr gezogen.

Polizei geht gegen Autoposer vor

Die Wiesbadener Polizei hat am Dienstag eine neue Stelle zur Koordinierung, Planung und Sachbearbeitung von Autoposer-Fällen eingerichtet. Dort laufen Beschwerden und Hinweise aus der Bevölkerung zusammen, aufgrund derer dann zielgerichtete Kontrollen durchgeführt werden.

Gemeinsam mit der Verkehrspolizei wollen die Beamten dem Anwachsen der Probleme durch Autoposer entgegenwirken. Sie sollen präventiv und repressiv wirken.

Eine erste Kontrolle fand bereits am Mittwoch statt. Im Wiesbadener Stadtgebiet wurden zwischen 17 Uhr und 1 Uhr in der Nacht insgesamt 52 Fahrzeuge und 64 Personen kontrolliert. Die Polizei war zivil, in Streifenwagen und einem Videofahrzeug unterwegs und außerdem mit einer neuen Radarpistole ausgerüstet. Aufgrund von illegalem Tuning erlosch bei acht Fahrzeugen die Betriebserlaubnis. Dies zog eine Ordnungswidrigkeitsanzeige nach sich. Außerdem durften die betroffenen Autos nicht mehr weitergefahren werden.

In drei Fällen wurden die betroffenen Autos sogar abgeschleppt. Ein Gutachter soll sie genauer unter die Lupe nehmen. Bei drei weiteren Fahrzeugen wurden Mängel festgestellt, die ebenfalls eine Anzeige nach sich zogen. Außerdem waren 67 Autos zu schnell unterwegs. Trauriger Spitzenreiter war ein Fahrer, der mit 149 statt der erlaubten 100 Kilometern pro Stunde unterwegs war. Ihn erwartet nun ein Fahrverbot.

Bei ihren Kontrollen fand die Polizei aber in jeweils einem Fall auch Drogen und Waffen. Ein Fahrer fuhr bei Rot über die Ampel, ein weiterer wurde mit dem Handy am Ohr erwischt. Besonders gravierend verlief jedoch die Kontrolle eines Audi Q7. Das Auto war nicht nur derart technisch verändert, dass es ohne Betriebserlaubnis unterwegs war. Der Fahrer zeigte außerdem einen gefälschten Führerschein und falsche Ausweispapiere. Bei der Überprüfung der Identität des Mannes stellten die Polizisten dann fest, dass gegen den 24-Jährigen Haftbefehle von zwei Staatsanwaltschaften vorliegen. Er wurde festgenommen, sein Auto sichergestellt. (js)

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