Wie Wiesbadener Kleingärtner auf die Corona-Regeln reagieren

Ob Vereinsleben oder Familienfeiern: An einen gemeinsamen Sommer im Kleingarten ist zumindest aktuell noch nicht zu denken. Auch in Wiesbadener Kleingärten hat sich der Alltag durch die Corona-Pandemie verändert.

Wie Wiesbadener Kleingärtner auf die Corona-Regeln reagieren

Gerade in großen Städten wie Wiesbaden sind Wohnungen oder Häuser mit Garten ein rares Gut. Ein Weg, doch noch an einen eigenen Garten zu kommen, sind dabei Kleingartenvereine, die Gartenparzellen in ihren Kolonien verpachten. Pflanzen pflegen und hin und wieder ins Grüne fliehen klingt gerade in Zeiten von Corona verlockend — Doch auch in den Wiesbadener Kleingärten hat sich mit der Corona-Krise vieles geändert.

„Zu Beginn der warmen Jahreszeit hat man sich mit Freunden im Garten getroffen“, erzählt Klaus Beuermann, Vorsitzender des Stadt- und Kreisverbandes Wiesbaden der Kleingärtner, in dem 46 Wiesbadener Kleingärtnervereine mit mehr als 3600 Mitgliedern organisiert sind. Solche Treffen seien mittlerweile nicht mehr möglich. Denn in den Kleingarten dürfen Pächter nur noch mit Familienmitgliedern aus dem selben Haushalt oder maximal einer weiteren Person. Immerhin: „Das Gespräch mit dem Gartennachbarn – über eine angemessene Distanz hinweg – ist erlaubt“, so Beuermann.

Vereinsleben kommt fast vollständig zum Erliegen

„Da die Kleingärtner ja eine verschworene Gemeinschaft sind, fehlt der sonst übliche Kontakt.“ - Klaus Beuermann, Vorsitzender Stadt- und Kreisverband Wiesbaden der Kleingärtner

Davon abgesehen ist das Gemeinschaftsleben in den Vereinen durch die Kontaktbeschränkungen fast vollständig zum Erliegen gekommen. „Da die Kleingärtner ja eine verschworene Gemeinschaft sind, fehlt der sonst übliche Kontakt und die gemeinschaftlichen Veranstaltungen“, erklärt Beuermann. Versammlungen und Lehrgänge mussten genau wie anstehende Neuwahlen, Vereinsfeste und Wettbewerbe abgesagt oder verschoben werden.

Auch finanzielle Einbußen verzeichnen die Kleingartenvereine laut Beuermann — durch die Schließung der zugehörigen Vereinsheime. Keine optimale Situation, dennoch könnten fast alle Vereine das Ausbleiben dieser ehemals zusätzlichen Einnahmen verkraften. Die Kleingärtner selbst gingen mit dem von Corona veränderten Alltag dennoch relativ gelassen um, so Beuermann. „Sie bewegen sich in ihrem Garten und kümmern sich um ihre Pflanzen und erfreuen sich an den blühenden Blumen.“ Regelverstöße gegen die Kontaktbeschränkungen seien Beuermann bisher nicht bekannt. „Hier vertrauen wir auf die Einsicht unserer Kleingärtner und bei eventuellen Verstößen auf das Eingreifen des Vorstandes“, sagt er.

Vereinzelte Beschwerden bei der Stadtpolizei

Tatsächlich hat die Wiesbadener Stadtpolizei in Zeiten von Corona schon vereinzelte Beschwerden aus Kleingartenanlagen erhalten, bestätigt Ralf Wagner, Leiter der Geschäftsstelle des städtischen Präventionsrates. „Allerdings liegt die Zahl der Hinweise aus Kleingartenanlagen noch im einstelligen Bereich“, so Wagner. Die Anlagen seien im Anschluss kontrolliert und die Betroffenen auf die Einhaltung der Verordnung hingewiesen worden.

„Wir haben die einzelnen Mieter der Parzellen beraten und aufgeklärt.“ - Ralf Wagner, Leiter Geschäftsstelle Präventionsrat

Zusätzlich habe ein Vorsitzender eines Kleingartenvereins das Ordnungsamt um Beratung hinsichtlich der Regeln gebeten. „Wir sind schon zweimal mit ihm durch die Anlage gegangen und haben die einzelnen Mieter der Parzellen beraten und aufgeklärt“, so Wagner. Darüber hinaus kontrolliere die Stadtpolizei auch jenseits von Beschwerden punktuell in Kleingartenanlagen, ob sich jeder an die Regeln hält. (js)

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