Steht das Wiesbadener Silvesterfeuerwerk auf der Kippe?

Da durch das alljährliche Silvesterfeuerwerk zu hohe Zusatzkosten für die Stadt entstehen würden, diskutieren die Freien Wähler ein Verbot in Wiesbaden. Stattdessen schlagen sie Lasershows und Projektionen vor.

Steht das Wiesbadener Silvesterfeuerwerk auf der Kippe?

Es gehört für viele Deutsche zum Jahreswechsel dazu wie Sekt und Bleigießen: Das Silvesterfeuerwerk. Allein im letzten Jahr gaben die Deutschen 137 Millionen Euro für Knaller und Raketen aus. Die Feuerwerke sorgen aber auch jedes Jahr für viel Lärm und Schmutz, sowie für viele Einsätze für die Feuerwehr und Rettungsdienste. Daher haben einige Städte wie Hannover und Göttingen das private Feuerwerk in Innenstädten bereits verboten, in anderen gibt es Einschränkungen.

In einer Anfrage an den Oberbürgermeister wollen jetzt die Freien Wähler diskutieren, ob ein solches Verbot auch in Wiesbaden denkbar wäre. Aus ihrer Sicht sei das alljährliche Feuerwerk eine zu hohe Zusatzbelastung für die Rettungskräfte in der Stadt. Außerdem würde das Abbrennen für zusätzlich hohe Feinstaubwerte sorgen. Als Alternative schlägt die Fraktion Lasershows oder Projektionen vor, wie sie in Städten mit Feuerwerksverbot schon eingesetzt werden.

Wenig Mehrkosten

Tatsächlich bedeutet das Feuerwerk in der Silvesternacht eine Menge extra Arbeit für öffentliche Stellen. Bei der Stadtpolizei seien in der Silvesternacht insgesamt 18 Ordnungskräfte der Stadtpolizei im Einsatz gewesen, acht von ihnen seien zusätzlich eingesetzt worden, um die viele Arbeit bewältigen zu können. Da die geleistete Arbeit aber an anderer Stelle ausgeglichen werde, seien für die Stadt keinerlei Zusatzkosten entstanden.

Ähnlich sieht es bei der Berufsfeuerwehr in Wiesbaden aus. Hier waren am 31. Dezember, wie an jedem Tag, 45 Feuerwehrmänner- und frauen im Einsatz gewesen. Lediglich in der Einsatzzentrale seien zwei zusätzliche Beamte im Dienst gewesen, um die große Zahl der Notrufe zu bewältigen, zusätzliche Kosten seien so nicht entstanden. Nur die Freiwilligen Feuerwehren hätten durch ihre Mithilfe in der Silvesternacht eine Aufwandsentschädigung von etwa 1000 Euro erhalten, wie die Feuerwehr mitteilt.

Die meisten zusätzlichen Kosten trägt laut der Anfrage der Entsorgungsbetrieb ELW. Die Reinigung nach der zentralen Feier vor dem Kurhaus habe sich auf etwa 10.000 Euro belaufen. Wie hoch die Mehrkosten im sonstigen Stadtgebiet seien, konnte die ELW jedoch nicht sagen.

Inwieweit diese Kosten in den nächsten Jahren ansteigen werden, ist momentan noch nicht vorauszusehen. Wie Bürgermeister Oliver Franz mitteilt, sei momentan kein generelles Verbot von Feuerwerk in Wiesbaden geplant. (ms)

Logo