In Wiesbaden fährt bald ein Bus ohne Fahrer

Probebetrieb soll im Herbst starten

In Wiesbaden fährt bald ein Bus ohne Fahrer

In Wiesbaden soll schon bald ein selbstfahrender Bus unterwegs sein. Gemeinsam mit den Helios Dr. Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) will die ESWE Verkehr autonomes Fahren testen — und zwar auf dem Klinikgelände.

Beide Unternehmen haben das in einer Vereinbarung festgehalten. So soll es zunächst einen Probe-, später aber auch einen Dauerbetrieb für autonomes Fahren auf dem Klinikgelände auf dem Freudenberg geben. Konkret heißt das: Ein selbstfahrendes Shuttle soll verschiedene Punkte auf dem Gelände miteinander verbinden. Los geht die Testphase bereits im Herbst.

„Damit ist Wiesbaden die erste Stadt im Rhein-Main-Gebiet, die einen Dauerbetrieb mit autonomen Fahrzeugen ermöglichen will“, so ESWE-Verkehr-Geschäftsführer Hermann Zemlin. Mehrere Wochen soll der Shuttle im Herbst ausprobiert werden, einen genauen Termin gibt es noch nicht. Die geplante Teststrecke liegt hinter dem heutigen Klinikbau. Startpunkt ist das Bildungszentrum, auf 300 Metern führt die Strecke bis zum Neubau der Klinik.

So läuft die Testphase ab

In der Testphase können Gäste und Klinikmitarbeiter bei den regelmäßigen Fahrten mitfahren, die teils mit Baustellenführungen und Veranstaltungen kombiniert werden sollen. An Bord des autonomen Shuttles wird auch ein sogenannter Operator sein, der im Ernstfall eingreifen kann. Da sich die Teststrecke auf dem für den öffentlichen Verkehr geschlossenen Klinikgelände befindet, braucht das Shuttle dort keine Genehmigung, so ESWE.

Nach der Testphase soll es für den autonomen Bus aber nicht vorbei sein. Ab der zweiten Jahreshälfte 2020 soll das autonome Shuttle dauerhaft auf dem HSK-Gelände unterwegs sein. Sobald der Klinikneubau Ende 2021 fertig ist, wird der Bus die heutige Bushaltestelle mit dem Foyer des Neubaus verbinden. „Damit können wir unseren Besuchern einen zusätzlichen Service anbieten: Wer die Strecke zum Neubau nicht zu Fuß laufen möchte, kann einfach in das autonome Shuttle steigen“, so Klinikgeschäftsführerin Sandra Henek. Betrieben wird das Shuttle laut ESWE Verkehr mit Ökostrom.

Nicht der erste autonome Test im Rhein-Main-Gebiet

Wie das Shuttle aussehen soll und wie viele Gäste Platz haben werden, ist noch nicht bekannt. Wiesbaden ist nicht die erste Stadt im Rhein-Main-Gebiet, die das autonome Fahren testet. Auch am Mainzer Rheinufer war schon ein autonomer Bus unterwegs, in Frankfurt sollen ab Herbst zwei autonome Busse am testweise für den Autoverkehr gesperrten Mainufer fahren.

Die genauen Kosten des Projekts sind noch nicht öffentlich bekannt. Wie ESWE Verkehr mitteilt, wird das Projekt allerdings dadurch ermöglicht, dass der Verkehrsbetrieb vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur 2,05 Millionen Euro Fördermittel unter anderem für autonomes Fahren erhalten hat. Während ESWE Verkehr die Personal- und Ausbildungskosten sowie die Kosten für Anschaffung und Betrieb des Fahrzeugs übernimmt, kümmert sich die HSK um eine geeignete Fahrbahn, einen Abstellraum und die Stromkosten.

Von dem Projekt soll auch die Stadt profitieren. „Wiesbaden will in der Mobilität eine Führungsrolle einnehmen“, so Andreas Kowol, Verkehrsdezernent der Stadt Wiesbaden. „Daher brauchen wir Pilotprojekte wie das autonome Fahren an den Helios HSK, um die notwendigen Erfahrungen für Zukunftsverkehre zu sammeln.“ Weitere Informationen zum Projekt sollen im Herbst bekanntgegeben werden. (ms)

Logo