HSK während Corona: „Wir erleben eine Welle der Solidarität, die uns tief berührt“

Die HSK erfährt zurzeit von vielen Wiesbadenern Zuspruch und Unterstützung. Gleichzeitig bittet die Klinik Kranke, das Krankenhaus auch während der Krise weiterhin aufzusuchen.

HSK während Corona: „Wir erleben eine Welle der Solidarität, die uns tief berührt“

Neben Polizisten, Feuerwehrleuten und Supermarktangestellten erfahren während der Corona-Krise besonders die Menschen im Gesundheitswesen eine hohe Welle an Anerkennung und Solidarität. Sei es durch Posts in sozialen Medien oder gemeinsames Klatschen von den Balkonen, viele Bürger sind dankbar für die Arbeit der Ärzte und Pfleger.

Hilfe aus der ganzen Stadt

Auch die Mitarbeiter der größten Klinik in Wiesbaden, den Dr. Horst-Schmidt Kliniken (HSK), erfahren aktuell eine große Welle der Solidarität von vielen Seiten. „Die Biebricher Pizzeria Calabria überraschte unsere Mitarbeiter mit stapelweise Pizza, Imbisse überreichen uns Würstchen und Kartoffelsalat, unsere Nachbarn bringen Süßigkeiten vorbei, Kaffee und Automaten zum Wachhalten werden geliehen“, erzählt Klinikdirektorin Sandra Henek, wie die Wiesbadener die Klinikmitarbeiter unterstützen. Auch die Kerbegesellschaft Dotzheim, die „Kerbedotzis“, sammelten Gutscheine für die neuen Bring-Angebote umliegender Restaurants und unterstützen damit gleichzeitig die Lokale.

„Die vielen Hilfsangebote aus dem eigenen Haus, von den Bürgern in und um Wiesbaden berühren uns sehr.“ - Sandra Henek, HSK

„Die vielen Hilfsangebote von den Bürgern in und um Wiesbaden berühren uns sehr. Wir danken auch für das Verständnis der Angehörigen unserer Patienten, dass Besuche in der aktuellen Situation nicht möglich sind“, betont Henek. Zudem haben sich viele Medizinstudenten bei den HSK gemeldet, um freiwillig ihre Hilfe anzubieten. Auch ausgebildete Krankenschwestern, die aktuell in anderen Berufen tätig sind, ehemalige Mitarbeiter in der Rente oder Lehrer mit medizinischer Vorbildung bieten ihre Hilfe an.

Auch innerhalb der Klinik herrsche eine große Solidarität. Mitarbeiter aus der Klinikverwaltung hätten sich zu assistierenden Diensten auf den Stationen gemeldet, wollen am Stationstresen oder bei der Speisenversorgung helfen. Die Mitarbeiter mit pflegerischer oder ärztlicher Vorbildung erhalten Auffrischungskurse, um sie im Fall der Fälle rasch reaktivieren zu können. Das Personal der HSK sei auf Corona gut vorbereitet, so Henek: „Wir können unsere Intensiv- und Beatmungskapazitäten bis auf knapp 69 Beatmungsbetten von aktuell 24 hochfahren. Das ist eine enorme Leistung, die die professionelle Flexibilität und Einsatzbereitschaft unserer Beschäftigten verdeutlicht.“

Notaufnahme weiter geöffnet

„ Die Kliniken behandeln COVID-19-Patienten stets separat und auf dafür eingerichteten Isolierstationen.“ - Prof. Dr. Ralf Kiesslich

Gleichzeitig erinnert die HSK auch daran, dass Menschen mit starken Beschwerden weiterhin die Notaufnahme der Klinik aufsuchen können: „Patienten mit Beschwerden, die ambulant versorgt werden können, sehen wir kaum noch. Das ist völlig in Ordnung und sollte ja die Regel sein“, sagt Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Ärztlicher Direktor der HSK. Er habe die Vermutung, dass sich viele Menschen nicht trauen, während der Krise die Krankenhäuser aufzusuchen. „Haben Sie Vertrauen. Die Kliniken behandeln COVID-19-Patienten stets separat und auf dafür eingerichteten Isolierstationen“, so der Appell des Arztes. Niemand, dem es schlecht gehe, solle zu Hause bleiben. (js)

Logo