Der Magistrat der Stadt Wiesbaden hat den Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens in Rambach auf den Weg gebracht. Wie die Stadt mitteilt, sei die Maßnahme ein wichtiger Schritt, um den Ortsteil künftig vor Schäden durch Starkregenereignisse zu schützen.
Das Projekt „Im langen Garten“ sieht vor, den Straßendamm der K647 oberhalb von Rambach um etwa zweieinhalb Meter zu erhöhen. Ein Durchlass soll den Rambach dabei kontrolliert passieren lassen. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro, wobei die Stadt auf Fördermittel des Landes Hessen hofft. „Auch bei angespannter Haushaltslage müssen wir als Stadt solch wichtige Projekte zum Schutz von Menschen und Infrastruktur vorantreiben“, erklärt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger (Grüne). „Angesichts der Häufung von Starkregenereignissen infolge des Klimawandels gibt es dazu keine Alternative.“
Schutz vor dem Jahrhundert-Hochwasser
Das neue Rückhaltebecken ist Teil eines umfassenden Schutzkonzeptes und soll Rambach und angrenzende Siedlungen vor einem sogenannten 100-jährlichen Hochwasser bewahren – einem Hochwasserereignis, das statistisch nur alle 100 Jahre auftritt. Grundlage für den Beschluss waren laut Stadt verschiedene Gutachten, die die gewählte Lösung als die beste in Bezug auf Aufwand, Kosten-Nutzen-Verhältnis und ökologische Auswirkungen bewerten.
Weitere Projekte entlang des Rambachs sollen den Hochwasserschutz verbessern. So wurde bereits im vergangenen Jahr ein Schluckbrunnen im Kurpark fertiggestellt, der das Kurhaus und Teile der Innenstadt schützt.
Baubeginn frühestens 2027
Bis zum Baubeginn stehen allerdings noch einige Schritte an. Eine der Herausforderungen ist die Verfügbarkeit der benötigten Grundstücke. Laut Stadt laufen derzeit Verhandlungen mit rund 30 Eigentümern. Parallel dazu beantragt die Stadt ein Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium in Darmstadt. Beim Verfahren können die Pläne öffentlich eingesehen und Eingaben dazu gemacht werden.
Anschließend wird der Förderantrag gestellt. Wenn alle Genehmigungen und Zusagen vorliegen, kann die Bauleistung ausgeschrieben werden. Sollte alles nach Plan verlaufen, könnten die Bauarbeiten im Spätherbst 2027 beginnen und nach etwa anderthalb Jahren abgeschlossen sein.