Wohnungen, Sportpark und Geschäfte: Das tut sich entlang des Rheinufers

Viel Potenzial, Frei- und Brachflächen: Der Westen Kastels wird noch nicht optimal genutzt. Das könnte sich in den kommenden Jahren aber radikal verändern, wie die Pläne des Dezernats für Stadtentwicklung und Bau zeigen.

Wohnungen, Sportpark und Geschäfte: Das tut sich entlang des Rheinufers

„Der Westen Kastels besitzt große Potenziale, aus einem Gewerbe- und Wohnungsmix ein urbanes Stadtquartier mit hervorragenden Lebensqualitäten zu entwickeln“, fasst Wiesbadens Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler die aktuelle Situation für den Kasteler Westen zusammen. Bereits seit Jahren rätseln die Wiesbadener, ob und was sich in diesem Bereich tun wird. Bieten die Flächen entlang des Rheins doch verhältnismäßig viel Platz, der vielerorts aber nur sporadisch oder von Betrieben genutzt wird.

Im Juni des vergangenen Jahres wurde durch die Stadtverordnetenversammlung das sogenannte „Entwicklungs- und Handlungskonzept Wiesbadener Straße“ erstellt. „Als städtebauliche Leitlinie dieses Areals sind verschiedene Bauprojekte und städtebauliche Planungen zügig vorangeschritten und zeugen von einer dynamischen Aufbruchsstimmung“, erklärt Kessler.

Außerdem soll die städtebauliche Anbindung zwischen Wiesbaden und Mainz verbessert werden, wozu auch eine gute ÖPNV-, Rad- und Fußwegverbindung und der Ausbau der sozialen Infrastruktur zählen.

Was ist geplant?

Direkt am Rhein, südlich des Wohngebiets „An der Helling“ wird sich einiges tun. Das bislang lediglich gewerblich genutzte Areal soll neu angeordnet werden. Am Ende wird ein Sondergebiet aus Wohnen und Nahversorgung stehen. Ein Nahversorgungszentrum mit Einzelhandels- und kleinflächigen Gewerbenutzungen im Erdgeschoss sowie zwei Etagen an Wohnungen mit etwa 180 Wohneinheiten in den Obergeschossen sind dort in einem gemeinsamen Gebäudekomplex geplant.

Nicht weit entfernt wird sich dann auch das Erscheinungsbild der Kastel Housing Area verändern. Das Umwelt- und das Stadtplanungsamt haben in diesem Jahr für die Fläche bereits ein Quartierskonzept erstellt. Ein „verdichtetes urbanes Wohnquartier mit vielfältigen Wohnformen, Quartierszentrum und neuem Standort für Bildung und Sport“ sollen dort entstehen. Konkret bedeutet diese Formulierung, dass neben Wohnungen der SEG und GWW auch eine Grundschule, ein neues Gymnasium für die Rheinschiene und eine Sporthalle gebaut werden sollen.

Die Umgestaltungen treffen auch einen Teil der Fläche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der in diesem Jahr bereits in den Besitz von SEG und GWW überging. Das dortige Kasernengebäude soll zu Wohnzwecken saniert und durch gestapelte Reihenhäuser ergänzt werden. Dabei werden auch seniorengerechte Wohnungen entstehen. Ein Wohnturm in Holzbauweise verbunden mit einer Kindertagesstätte soll den kleinen Quartiershof komplettieren. Schon im nächsten Jahr soll mit dem Bau der gemeinschaftlichen Wohnformen begonnen werden. 2023 sollen die Gebäude fertig sein.

Mehrere Objekte bereits im Bau

Aber auch abseits der großen Quartiere, sind bereits viele Dinge angestoßen worden. So stehen auf der Fläche des ehemaligen Autohauses „Karl & Co.“ derzeit 120 neue Wohneinheiten kurz vor dem Baubeginn. An der Wiesbadener Straße 26 baut die GWW bereits 31 neue Wohneinheiten und auf dem ehemaligen Gelände der Firma „DAL“ in der Eleonorenstraße stehen neue luxuriöse Wohneinheiten unmittelbar am Rhein schon kurz vor der Fertigstellung.

Für das Clemens-Areal, das perspektivisch als nördlicher Quartierseingang dienen soll, laufen laut einem Mitarbeiter des Dezernats für Stadtentwicklung und Bau bereits Gespräche mit dem Eigentümer hinsichtlich einer Planungskonzeption, die auch das kürzlich von der SEG erworbene „FOX“-Haus umfassen. Auf dem Areal soll eine Mischung aus Büros und Wohnungen entstehen.

Lebensqualität erhöhen

„Hier entsteht ein Stadtquartier, auf das man sich freuen kann und in dem man gerne leben wird“, fasst Kessler die Entwicklungen vor Ort zusammen. Neben Wohnen und Arbeiten steht der Fokus in dieser Region klar auf Versorgung und Naherholung. Das wird auch mit dem Projekt „Kransand“ deutlich, das — an der Theodor-Heuss-Brücke gelegen — mit Gastronomie, Sportpark und Freizeitmöglichkeiten die Quartiere abschließen soll.

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