Aufenthaltsqualität der Mainzer Straße leidet unter Autofahrern

Die Mainzer Straße ist eigentlich ein verkehrsberuhigter Bereich. Geparkt wird dort trotzdem kreuz und quer. Die Aufenthaltsqualität leidet darunter.

Aufenthaltsqualität der Mainzer Straße leidet unter Autofahrern

Die Mainzer Straße im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel lädt derzeit kaum zum Verweilen ein. Schuld daran sind nicht nur die derzeitigen Temperaturen. Leerstände, Baustellen und kreuz- und quer parkende Autos trüben das Bild der eigentlich attraktiven Straße.

In kurzen Abständen reiht sich ein Eiscafé an einen Bäcker, die Handelszone vermietet Regale mit allerhand Schätzen und Krimskrams, im Kiosk gehen Zeitschriften, Snacks und Getränke über die Theke und in der Postfiliale werden Pakete und Briefe auf den Weg gebracht. Etwas weiter oben lädt der Geschichtsbrunnen dazu ein, sich kurz auszuruhen. Viele Anwohner bezeichnen die Straße als ihre „Fußgängerzone“, vor Jahren fand auch der Begriff „Rue“ noch Verwendung.

Möglich macht das die Einordnung der Straße als verkehrsberuhigten Bereich. Autos dürfen die Straße nur in Schrittgeschwindigkeit durchfahren, Kinder dürfen Spielen und Fußgänger sollten nicht behindert werden. Zudem ist das Parken nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt. Dass die Realität anders aussieht, ist dort täglich zu beobachten und auch für Ortsvorsteherin Christa Gabriel nichts Neues. „Das Parken ist in der Mainzer Straße ein großes Problem“, sagt sie.

Aus der Straße eine echte Fußgängerzone zu machen, sei kein Thema. „Das wurde vor 20 Jahren einmal diskutiert“, sagt Gabriel. Damals hätte man sich aber auf den Kompromiss „Verkehrsberuhigter Bereich“ geeinigt. Vor allem der Verkehr vor der Postfiliale trübt aber die Ruhe. Lieferfahrzeuge und Kunden, die „nur mal kurz…“ irgendetwas erledigen wollen, warten nicht, bis sich eine freie Parklücke auftut. Stattdessen wird geparkt, wo gerade etwas Platz ist.

Im Ortsbeirat habe man deshalb darüber diskutiert, ein Schild aufzustellen, dass auf die besondere Bedeutung der Straße als verkehrsberuhigter Bereich hinweist. „Aber an Schilder hält sich auch nicht jeder“, gibt Gabriel zu bedenken.

Wirklich beikommen könnte man dem Problem wohl nur durch engmaschigere Kontrollen der Parksünder. Um zumindest die Aufenthaltsqualität für Fußgänger zu erhöhen, sei bereits eine Arbeitsgemeinschaft gegründet worden, die die Straße unter anderem mit schönen Sitzmöbeln und Bepflanzungen aufwerten sollte. „Davon wurde aber nichts umgesetzt, ein Plan dazu wurde nicht erstellt“, bedauert Gabriel.

Im Ortsbeirat sind die Meinungen zu einem neuen Arbeitskreis zur Mainzer Straße gespalten. Gabriel würde die Sache gerne noch einmal angehen. „Man muss schauen, was machbar ist und was wie genau umgesetzt werden kann“, sagt sie. Was sich hinsichtlich den Arbeiten in der ehemaligen „Handelszone“ und schräg gegenüber tut, könne sie nicht sagen. Das Geschäft zog auf die gegenüberliegende Straßenseite, wo der Verkauf weitergeführt wird. Zumindest durch die zugeklebten Schaufensterscheiben sieht es so aus, als könnte ein neues Restaurant in der Straße entstehen, was der Aufenthaltsqualität sicher nicht schaden würde. (nl)

Logo