„37 Grad“: ZDF zeigt Doku über Wiesbadener Flüchtling

Eigentlich hat sich Samir in Wiesbaden schon gut integriert, eine Arbeit und Freunde gefunden. Doch darf der Flüchtling aus Afghanistan auch dauerhaft in Deutschland bleiben? Eine ZDF-Doku zeigt Samirs Leben mit all seinen Rückschlägen.

„37 Grad“: ZDF zeigt Doku über Wiesbadener Flüchtling

Gut integriert, mit krisenfestem Job, aber trotzdem ohne Bleiberecht: Samir flüchtete 2014 aus Afghanistan nach Deutschland. Mittlerweile ist Wiesbaden sein Lebensmittelpunkt. Seine Ausbildung hat er abgeschlossen, und er macht gerade seinen Meister. Doch seine Zukunft in Deutschland ist ungewiss. Eine ZDF-Reportage begleitete den jungen Mann über mehrere Jahre hinweg. Wird er am Ende dennoch in Wiesbaden bleiben können?

Für Samir „bricht eine Welt zusammen“

Seit 2017 wartet Samir auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden in seinem Asylverfahren, für ihn persönlich Jahre zwischen Hoffnung und Angst. Immer wieder stellt er sich die Frage, ob er in Deutschland leben und in seinem Beruf als Mechatroniker für Kältetechnik langfristig arbeiten darf. Im Alter von 15 Jahren flüchtete er vor den Taliban nach Deutschland. Inzwischen machte er den Realschulabschluss und absolvierte erfolgreich eine Ausbildung zum Kältemechatroniker. Auch Freunde hat er hier gefunden.

Sein Ausbildungsbetrieb, ein mittelständisches Unternehmen in Wiesbaden, hat in ihn investiert und möchte Samir in der Firma weiterbeschäftigen. Noch ein Jahr, dann hat der heute 24-Jährige seinen Meisterbrief und Chancen auf eine Führungsposition. Doch trotz allen Erfolgs muss er auch mit herben Rückschlägen kämpfen, wie die Reportage zeigt: Mitten in der Prüfungsphase für seinen Realschulabschluss kam die Ablehnung seines Asylantrags, mit der Begründung, dass Afghanistan ein sicheres Land sei. Für Samir „bricht eine Welt zusammen“, wie er es beschreibt. Trotzdem schafft er seinen Abschluss, aber gerade nur so.

Sein Anwalt reicht schließlich Klage gegen die Ablehnung seines Asylantrags ein – mit Erfolg. Samir bekommt eine Aufenthaltsgestattung, die er alle sechs Monate bei der Ausländerbehörde verlängern muss. „Am schlimmsten ist die Ungewissheit“, sagt der 24-Jährige, der inzwischen häufiger auf Deutsch als auf Dari (afghanisch) träumt, wie er erzählt. Er arbeitet, geht zur Schule, bildet sich weiter. Aber manchmal fragt er sich: „Hat das überhaupt einen Sinn? Keiner kann dir garantieren, ob du in Deutschland bleiben kannst. Du bist quasi in der Luft“, sagt Samir.

Acht Jahre lang hat Autorin Ulrike Schenk Samir für die ZDF-Reportage begleitet – bis zum Tag der alles entscheidenden Verhandlung.

Die „37 Grad“-Reportage „Zwischen Hoffnung und Angst. Samir kämpft ums Bleiberecht“ könnt ihr aktuell in der ZDF-Mediathek streamen.