Die „Ratiopharm-Zwillinge“ und ihre Liebe zu Wiesbaden

Julia und Nina Meise haben lange in Wiesbaden gewohnt. In Deutschland kennt man sie aufgrund eines Werbespots auch unter dem Namen „Ratiopharm-Zwillinge“. Im Interview verrät Nina Meise, was sie noch heute mit der Stadt verbindet.

Die „Ratiopharm-Zwillinge“ und ihre Liebe zu Wiesbaden

Was sind denn Ihre Erinnerungen an Wiesbaden, wie war die Zeit hier?

Wir haben sehr schöne Erinnerungen an Wiesbaden, das ist unser Zuhause, unsere Heimatstadt. Wir kommen auch immer wieder gerne zurück und unsere Freunde und unsere Familie sind auch immer noch in Wiesbaden. Deshalb ist es für uns immer wieder schön zurück nach Wiesbaden zu kommen. Es ist einfach eine wunderschöne kleine Stadt mit einer schönen Bausubstanz und sie strahlt eine tolle Ruhe aus. Es ist eine gute Stadt um auch mal wirklich runter zu kommen.

Wie ging es denn nach der Schulzeit in Wiesbaden weiter?

Wir sind in Niedernhausen aufgewachsen und sind nach der 10. Klasse auf die Martin-Niemöller-Schule gegangen. Dann sind meine Schwester und ich gemeinsam in eine Wohnung auf der Sonnenberger Straße gezogen und dann fing unser Leben in der Stadt an. Parallel zu unserem Studium haben wir in einer Frankfurter Werbeagentur gearbeitet und haben dann bis 2005 in Wiesbaden gelebt. Dann sind wir nach Berlin gezogen.

Und da fing dann die Karriere an?

Wir haben bereits sehr früh begonnen, als Models zu arbeiten, schon während der Schulzeit haben wir viele Shooting und Jobs nebenbei gemacht. 2013 hat es dann mit Ratiopharm geklappt. Das war der Startschuss, dass wir unsere Berufung zum Beruf gemacht haben, Zwillingsein.

War das schon immer der Plan, als Duo aufzutreten?

Wir hatten es immer im Kopf, auch mal zusammenzuarbeiten. Zunächst haben wir aber getrennt voneinander als Models gearbeitet und die Agenturen haben uns auch das Feedback gegeben, dass viele Auftraggeber keine Zwillinge brauchen. Somit waren wir als Zwillinge aber auch immer eine Konkurrenz füreinander. Als Konsequenz habe ich (Nina) mir die Haare abgeschnitten und Julia hatte noch lange Haare. Und dann kam auf einmal Ratiopharm und hat gesagt wir wollen euch. Und dann war auch klar: Julia muss sich auch die langen Haare abschneiden lassen. Das war der Startschuss, dass wir uns fast ausschließlich auf das Zwillings-Ding konzentriert haben.

Wie haben Sie diese Zeit erlebt, als ganz Deutschland Sie plötzlich kannte?

Das war wirklich extrem aufregend. Vor allem wenn man bedenkt: Meine Schwester und ich, wir wollten schon immer die Ratiopharm-Zwillinge werden. Wir waren auch schon zwei Mal zu einem Casting eingeladen, wurden aber nie genommen. Als dann die dritte Einladung zum Casting kam, haben wir abgelehnt, weil die uns ja sowieso nicht wollten. Da war natürlich auch ein wenig verletztes Ego dabei.

Wie kam es dann zu dem Engagement von Ratiopharm?

Wir hatten den Traum eigentlich schon losgelassen und dann hieß es plötzlich: Der Regisseur kommt zu Euch. Wir haben dann auch gefragt: Warum habt Ihr uns denn vorher zweimal abgelehnt? Und dann sagte man uns, das wir viel zu jung für die Zielgruppe waren. Wir waren es eigentlich immer noch, zu dem Zeitpunkt, aber da ging es gerade so. Es sei immer klar gewesen, dass sie uns mal nehmen wollen, wir mussten halt nur ein bisschen älter werden. Und wir hatten deshalb wirklich lange zwei gebrochene Herzen.

War das — neben einem sicherlich großen Segen — auch ein Stück weit ein Fluch, für alle plötzlich ein „Ratiopharm-Zwilling“ zu sein und nicht mehr nur Julia oder Nina Meise?

Wir denken schon, dass alles was ein Door-Opener ist, auf gewissen Art auch ein Door-Closer ist. Aber für uns war das mit Ratiopharm wirklich durchweg positiv. Wenn wir nicht zusammen unterwegs sind, werden wir auch gar nicht so oft erkannt. Wenn man zusammen unterwegs ist, werden wir natürlich sehr häufig erkannt. Aber das macht es auch angenehm, es so etwas steuern zu können. Die Ratiopharm-Zwillinge sind ja auch durchweg positiv besetzt. Bei Soap-Darstellern ist das ja ganz anders. Wenn man da zum Beispiel gerade in der Serie eine Intrige führt, sprechen einen die Leute auf der Straße auch mal nicht so freundlich an. Das passiert bei uns gar nicht, die Leute begegnen uns immer durchweg positiv, fragen nach Fotos und sind nett. Es ist einfach sehr sehr dankbar, müssen wir ehrlich sagen.

Wie oft hört man denn die Frage „Gibt’s da auch was von Ratiopharm?“ oder ähnliche Sprüche, wenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist?

Die Sprüche hören wir oft (lacht). Gute Preise, Gute Besserung, da gibt’s doch was von,… und so weiter. Aber da freuen wir uns drüber, wir haben uns das ja immer gewünscht und können uns auch damit identifizieren. Wir kommen ja auch so bisschen aus dem Pharma-Bereich. Unser Papa ist Arzt und wir haben unsere Ausbildung in einer Werbeagentur gemacht, die auf Pharma-Kunden spezialisiert ist. Also wir waren schon immer sehr Pharma-bezogen, von daher war das für uns auch nur eine logische Konsequenz.

An welchen Projekten arbeiten Sie denn derzeit?

Wir fühlen uns nach wie vor sehr wohl in der Apotheke, haben aber unsere Kopf- und Rückenschmerzen überwunden und können uns jetzt um unsere Schönheit kümmern. Mit medipharma cosmetics haben wir den perfekten Partner gefunden. Außerdem haben wir ein Format für Sat.1 gedreht, die #meisechallenge, die gerade bei „Endlich Feierabend“ ausgestrahlt wird. Dort testen wir verrückte Produkte aus aller Welt. Unter dem Hashtag #meisenaufreisen sind wir viel als Micro-Influencer unterwegs. Wer die Meisen auf Reisen begleiten möchte, kann dies gerne auf unserem Instagram Account „meisetwins“ tun.

Und wann geht es nochmal zurück nach Wiesbaden?

Ein ganz fester Termin bei uns ist immer die Vita Charity-Gala. Also da kann wirklich kommen was will, die ist fest in unserem Kalender eingetragen, da sind wir definitiv in Wiesbaden. Das dauert noch etwas, aber wir werden auf jeden Fall vorher noch einige Male in Wiesbaden sein, wir besuchen ja auch oft unsere Eltern und unsere Freunde. Nächste Woche sind wir sogar drei Tage in Frankfurt und auch zwei Tage wieder in Wiesbaden. (js)

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