So hat sich das Wiesbadener Fahrrad-Verleihsystem im ersten Jahr entwickelt

Seit einem Jahr sind die Mietfahrräder der ESWE-Verkehr in Wiesbaden unterwegs. Nach anfänglichen Problemen nutzen inzwischen rund 10.000 Radfahrer das Angebot. Dabei gibt es Stadtteile, in denen die Ausleihe besonders beliebt ist.

So hat sich das Wiesbadener Fahrrad-Verleihsystem im ersten Jahr entwickelt

Genau ein Jahr ist es her, da ging die orange-farbene Fahrradflotte des ESWE-Verkehr an den Start. Seit dem 13. Juli gehören die Stationen des „meinRad“-Fahrradverleihs zum Wiesbadener Stadtbild — und seitdem haben sich die Leihfahrräder schon kräftig vermehrt.

Kinderkrankheiten

„Aktuell haben noch vereinzelte Nutzer ein Problem.“ - Jörg Gerhard, ESWE-Verkehr

Nach der feierlichen Einweihung des Systems mit Fahrradkorso vom Hauptbahnhof bis zum Dern’schen Gelände im letzten Sommer verlief der Start des Angebots noch holprig. „Dies ist für die Etablierung eines Projektes in dieser Größenordnung jedoch völlig normal“, sagt Projektleiterin Katharina Müller. So habe es in der ersten Zeit Probleme mit den Schlössern gegeben und mehrere Fälle von Vandalismus. Das System musste deshalb umgestellt werden. Wer ein Rad leihen will, muss sich jetzt persönlich für die Nutzung der App registrieren. „Aktuell haben noch vereinzelte Nutzer ein Problem mit der ‚meinRad‘-Smartphone-App, die den Vermiet- beziehungsweise den Rückgabevorgang nicht ordnungsgemäß mit dem Hintergrundsystem abwickelt“, ergänzt Müller. Das Problem wolle man in Kürze mit einem Update lösen.

Mehr Räder in Planung

Dennoch haben laut ESWE-Verkehr rund 10.000 Nutzer bereits 52.000 mal ein Rad ausgeliehen. Die Anzahl der Stationen musste deshalb im ersten Jahr ständig erhöht werden. Derzeit gibt es 86 im gesamten Stadtgebiet. Noch in diesem Jahr sollen weitere hinzukommen, kündigt Geschäftsführer Jörg Gerhard an. Auch die Anzahl der Räder soll weiter wachsen, von rund 500 auf etwa 700.

Beliebte Routen

Dabei sind die meisten Kunden laut ESWE-Verkehr für längere Strecken innerhalb des Stadtgebietes mit den Leihrädern unterwegs, Müller weiß. „Die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Fahrrades beträgt zwölf Minuten“, fasst sie zusammen. Sie sehe das als Anzeichen dafür, dass viele bewusst das Auto stehen lassen, um mit den Rädern von A nach B zu kommen. Die meisten Räder, so Müller, werden am Hauptbahnhof zurückgegeben. Für sie ein Zeichen dafür, dass viele Bahnkunden dort in den Zug einsteigen und die Räder so als Ergänzung zum ÖPNV nutzen.

Die meisten Fahrten wurden im ersten Jahr im Rheingauviertel gezählt. Dort startete „meinRad“ mit zwei Stationen am Wallufer Platz und in der Marcobrunnenstraße. Im April wurde das Angebot dann in der nahe gelegenen Erbacher Straße aufgestockt.

Pläne für das zweite Jahr

„Wir erarbeiten derzeit ein Pilotprojekt.“ - Jörg Gerhard, ESWE-Verkehr

Noch in diesem Jahr soll auch die bereits angekündigte Zusammenführung des Wiesbadener Leihsystems mit dem Mainzer erfolgen. Laut Müller sollen Nutzer schon Ende des Sommers die Möglichkeit haben, die Fahrräder in der jeweiligen Nachbarstadt zurückzugeben. Einen weiteren Plan für das zweite Jahr kündigt Gerhard an: „Wir erarbeiten derzeit ein Pilotprojekt zu batteriebetriebenen Lastenrädern, die möglichst noch in diesem Jahr in Wiesbaden unterwegs sein sollen.“ (df)

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