Was nach der Galeria-Pleite mit Wiesbadener Standort passieren könnte

Die Galeria-Kette ist erneut insolvent. Für den Standort in Wiesbaden ist die Zukunft ungewiss. Ein Experte hat aber schon Ideen, wie das Gebäude ohne Kaufhaus genutzt werden könnte.

Was nach der Galeria-Pleite mit Wiesbadener Standort passieren könnte

Die Kaufhauskette Galeria hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, ist die Zukunft der verbliebenen Filiale am Wiesbadener Mauritiusplatz damit offen.

Für die rund 150 Beschäftigten am Standort Wiesbaden sei das Einkommen zumindest für die nächsten Monate gesichert. Laut Bundesagentur für Arbeit würden sie Insolvenzgeld erhalten. Da das Verfahren aber erst beantragt und noch nicht eröffnet sei, was in der Regel drei Monate dauere, müsse eine Bank die Zahlung vorfinanzieren.

Nach Einschätzung des Einzelhandelsanalysten Joachim Will habe das Warenhauskonzept allerdings keine Zukunft mehr. Er habe diese Entwicklung bereits 2009 diagnostiziert.

„Schwerer Schlag für Wiesbaden“

Ein weiterer Leerstand in der Wiesbadener Innenstadt wäre aus Wills Sicht „ein schwerer Schlag für Wiesbaden“, wie er gegenüber der FAZ sagt. Er verweise dabei auf das ehemalige Galeria-Kaufhaus in der Kirchgasse, das seit 2023 leer stehe. Bei der Schließung hätten damals rund 70 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren. Für die Immobilie, bei der eine hohe Asbestbelastung als wahrscheinlich gelte, habe sich bis heute kein neuer Investor gefunden.

Ob das Kaufhaus am Mauritiusplatz von den angekündigten Schließungen von 33 der verbliebenen 83 Filialen betroffen sein wird, sei derzeit noch unklar. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüfe aktuell, ob genug Substanz für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorhanden sei.

Neue Nutzungsideen für die Immobilie

Selbst wenn die Wiesbadener Filiale nicht schließen müsse, sehe der Analyst keine Chance für einen Weiterbetrieb als klassisches Kaufhaus. Dem verbliebenen Rest der Kette würden die Logistik und die Einkaufsmacht der ursprünglichen Gruppe fehlen. Zudem sei es nicht gelungen, den Kunden einen Grund zu geben, ins Kaufhaus zu kommen, so Will gegenüber der Zeitung. Gebäude mit Verkaufsflächen auf drei oder vier Etagen würden nicht mehr funktionieren.

Trotzdem sehe Will gute Entwicklungschancen für die Immobilie am Mauritiusplatz. Sie sei in einem vergleichsweise guten Zustand und gut gelegen. Er halte es für sinnvoll, das Unter- und Erdgeschoss weiterhin für den Einzelhandel zu nutzen. In den oberen Stockwerken schlägt Will Bildungsangebote, Service-Stellen der Stadt oder Räume für die Hochschulen vor. Auf diese Weise könne man auch wieder mehr junge Leute in die Wiesbadener Innenstadt locken.