Galeria Karstadt Kaufhof: Werden die Wiesbadener Standorte nun schließen?

Bundesweit droht 40 Kaufhäusern das Aus. Wie stehen die Chancen für die beiden Wiesbadener Standorte? Wir haben nachgefragt.

Galeria Karstadt Kaufhof: Werden die Wiesbadener Standorte nun schließen?

Zwei Wochen ist es nun fast her, dass bekannt wurde, dass Galeria Karstadt Kaufhof erneut Insolvenz angemeldet hat - zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren. 40 der 131 Kaufhäuser sollen nun geschlossen werden, das Unternehmen will sanieren und versuchen, sich noch einmal durch das Schutzschirmverfahren zu retten. Bislang wurden bereits 680 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) gezahlt.

Werden nun auch die Wiesbadener Filialen schließen? Wie der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz dem WDR sagte, werde nur ein „harter Kern“ der Warenhäuser übrigbleiben. Welche das genau sein sollen, wolle der Konzern spätestens in drei Monaten bekanntgeben.

Doppelstandorte bedroht

Noch gebe es keine Informationen über Filialen, die geschlossen werden, sagte der zuständige hessische Verdi-Verhandlungsleiter Marcel Schäuble am Mittwoch. Naheliegend sei jedoch, dass vor allem die Doppelstandorte bedroht seien. Neben Wiesbaden würde das also auch Frankfurt betreffen. „Letztlich werden betriebswirtschaftliche Kennzahlen bei allen Standorten entscheiden“, so Schäuble gegenüber der Frankfurter Neuen Presse (FNP). Er sagt aber auch: Die Mitarbeitenden seien wütend und verzweifelt – vor allem, da sie schon bei der vergangenen Insolvenz auf Gehalt verzichtet hätten, um die Geschäfte und damit ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Stadt Wiesbaden sucht das Gespräch

Auch bei der Stadt Wiesbaden beschäftigt man sich mit dem Thema. „Wir suchen das Gespräch, ein Gesprächsangebot von Oberbürgermeister Mende und der Wirtschaftsdezernentin Hinninger an den Karstadt-Konzern ist bereits erfolgt“, teilt Pressesprecher Ralf Munser auf Merkurist-Anfrage mit. Aber: „Für konkrete Aussagen ist es noch zu früh.“ Jetzt seien erst einmal die Eigentümer dran. Daher sei es noch nicht konkret absehbar, wie sich die Standorte in Wiesbaden weiter entwickeln werden und was mit welchen Häusern passiert, „ob es Sanierungskonzepte geben wird und wie diese aussehen können“, so Munser.

Da sich beide Standorte in Wiesbaden in zentraler Lage befinden, wäre eine Schließung eines oder gar beider Standorte für die Innenstadt ein gravierender Einschnitt und ein „Schlag für die Beschäftigten“, ist aus der Stadt zu hören. Einen Plan, was mit den Häusern geschieht, sollte tatsächlich das Aus für die Filialen kommen, will der Stadtsprecher jedoch nicht preisgeben: „Aus Respekt gegenüber der Arbeitnehmerschaft werden wir keine Spekulation über die Betroffenheit einzelner Standorte anstellen und vorab der Gespräche mit der Geschäftsleitung keine Konzepte und Überlegungen zur eventuellen Nachnutzung diskutieren.“

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