Bald gibt es am Schiersteiner Hafen Kaffee, Cappuccino und Co. auf Rädern

In Schierstein gibt es zwar viele Restaurants und Cafés, keines von ihnen ist jedoch barrierefrei. Das Sozialdezernat, der Paritätische Hessen und Menschen mit Behinderung, die in dem Stadtteil leben, haben das Problem gelöst.

Bald gibt es am Schiersteiner Hafen Kaffee, Cappuccino und Co. auf Rädern

Jetzt, wo die Tage wieder länger und vor allem auch wärmer werden, lädt der Schiersteiner Hafen zum Spazierengehen, zum Eisessen und zum Kaffeetrinken ein. Doch an dieser Stelle wird es schon problematisch. Vor allem für Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder mit einem Rollator unterwegs sind. Kein Restaurant, kein Café am Schiersteiner Hafen ist barrierefrei. Doch das soll sich jetzt ändern. Ab dem 14. Mai steht ein Piaggio-Kaffeemobil am Schiersteiner Hafen, das jeder — ob mit oder ohne Rollstuhl — erreichen kann.

Gemeinsames Inklusionsprojekt

Die Idee haben das Sozialdezernat, der Paritätische Hessen, der Arbeitskreis der Wiesbadener Behindertenorganisationen und Menschen mit Behinderungen, die in Schierstein leben, gemeinsam entwickelt. Sie ist Teil eines gesamten Projektes, „Für ein WIR in Schierstein“, das für das Thema Barrierefreiheit sensibilisieren soll. „Wir haben einen Stadtteilspaziergang mit Menschen mit Behinderung gemacht, um uns ein Bild davon zu machen, wie sich Schierstein für Menschen mit Behinderung anfühlt“, erzählt Heike Lange, Regionalgeschäftsführerin des Paritätischen Hessen.

Anschließend haben alle Beteiligten, die übrigens auch von der „Aktion Mensch“ unterstützt werden, all die Hürden, die Schierstein für Menschen mit Behinderung mit sich bringt, aufgelistet. „Dann haben wir uns überlegt, was wir tun können“, sagt Heike Lange. Mit oben auf der Liste stand der barrierefreie Zugang zu einem Café. Da das aber aufgrund der baulichen Substanz in Schierstein auf die Schnelle eher nicht möglich ist, mussten sich die Projektbetreuer etwas anderes überlegen.

Für Inklusion sensibilisieren

„Mit dem Kaffeemobil schaffen wir einen Ort der Begegnung.“ - Heike Lange

„Und dann kamen wir auf die Idee mit dem Kaffeemobil“, erinnert sich die Regionalgeschäftsführerin. Man wolle mit dem Projekt nicht nur bauliche Barrierefreiheit schaffen, sondern die Schiersteiner auch für das Thema Inklusion sensibilisieren. „Mit dem Kaffeemobil schaffen wir einen Ort der Begegnung“, sagt Lange. „Einen Ort, an dem sich Menschen mit und ohne Behinderung treffen.“ Und das gilt nicht nur für Kunden: Die Arbeit am Kaffeemobil teilen sich pro Schicht je ein Mensch mit und ein Mensch ohne Behinderung.

Zunächst soll das Kaffeemobil bis Oktober 2020 im Einsatz sein. „Wir hoffen aber, dass es gut läuft und die ‘Aktion Mensch’ das Projekt weiter fördert“, sagt Lange. Ist das der Fall, könnte das Piaggio-Kaffeemobil ein dauerhafter Ort der Begegnung werden.

Das Kaffeemobil „Unser Lieblingsplatz“ eröffnet am Dienstag, den 14. Mai um 15:30 Uhr an der Wilhelm-Loos-Anlage in Schierstein. Bis Herbst steht es dort an drei Tagen in der Woche — dienstags, mittwochs und freitags, jeweils von 14 bis 17 Uhr. (js)

Logo