Kommt ein zweiter „Lockdown“?

Die Infektionszahlen in Wiesbaden steigen, neue Maßnahmen wurden beschlossen. Doch was, wenn sich auch weiterhin viele Menschen mit dem Coronavirus infizieren?

Kommt ein zweiter „Lockdown“?

Auch wenn es in Deutschland keinen „Lockdown“ vergleichbar mit den Maßnahmen wie etwa in Spanien gegeben hat: Die Corona-Maßnahmen, die im März beschlossen wurden, setzen vielen Betrieben in Wiesbaden noch immer hart zu. Ein weiterer „Lockdown“ nach einem ähnlichen Muster würde wohl für viele Unternehmen das Aus bedeuten. Vor allem Gastronomen, Geschäftsinhaber und Kulturbetriebe sind stark von den Regulierungen betroffen.

Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen in Wiesbaden stellen sich nun viele Bewohner die Frage: Wird es einen zweiten „Lockdown“ geben? Und wenn ja, wie wird dieser aussehen? Immerhin hat die Stadt bereits am Mittwoch weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus beschlossen (wir berichteten). In den vergangenen sieben Tagen sind 97 neue Infektionen in Wiesbaden registriert worden, die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 33,3.

Äußerstes Mittel

Grundsätzlich sei kein „Lockdown“ abhängig von Infektionszahlen in Wiesbaden geplant, erklärte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) am Mittwoch. Dennoch wolle man vorbereitet sein, sollten die Infektionen in der Stadt weiter ansteigen. Deshalb seien bereits neue, abgestufte Maßnahmen erarbeitet worden.

Denkbar sei etwa eine Sperrstunde für die Gastronomie, ein zunächst lokal begrenztes Alkoholverbot oder ein Betretungsverbot, wenn es zum Beispiel in einem Park immer wieder zu Versammlungen kommt, die gegen die Versammlungsobergrenze verstoßen. In diesem Bereich lassen sich bereits jetzt die häufigsten Verstöße beobachten, wie Hans-Peter Erkel, Leiter der Wiesbadener Stadtpolizei weiß: „Hier hat es 3442 Kontrollen gegeben, bei denen 674 Bußgeldverfahren eröffnet wurden.“

Stufenweise handeln

Anders als noch im Frühjahr will die Stadt nun versuchen, mit kleineren, gezielten Maßnahmen einzugreifen. „Es gibt keinen zwangsläufigen ‘Lockdown’, das würde auch unsere Kompetenzen überschreiten“, sagt Mende. „Im Frühjahr war es ja auch eine gemeinsame Entscheidung von Bund und Ländern.“

„Wir wären froh, wenn wir gar nicht eingreifen müssten“, so Mende. Daher wolle man nun, nach den am Mittwoch vorgestellten Maßnahmen, etwa 14 Tage lang beobachten, wie sich die Entscheidungen auf die Infektionszahlen auswirken. Steigen diese weiter, werden auch neue Maßnahmen folgen. (nl)

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