West-Nil-Virus breitet sich aus - Sind auch Wiesbadener gefährdet?

In den vergangenen Wochen traten einige Fälle des West-Nil-Virus in Deutschland auf. Droht auch in Wiesbaden die Gefahr einer Ansteckung?

West-Nil-Virus breitet sich aus - Sind auch Wiesbadener gefährdet?

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet, ist das West-Nil-Virus in Deutschland auf dem Vormarsch. Im September meldete das RKI die ersten vier Fälle in Deutschland, im Verlauf der vergangenen Wochen kamen weitere hinzu. Die Dunkelziffer könnte noch höher liegen. Übertragen wird das Virus von der Asiatischen Tigermücke, die auch in Hessen zu finden ist. Besteht auch in Wiesbaden die Gefahr einer Infektion?

Was ist das West-Nil-Virus?

Der Mensch kann sich durch einen Mückenstich mit dem Virus infizieren. Übertragen wird es etwa durch die Asiatische Tigermücke. Zwar verläuft eine Infektion in den meisten Fällen komplett unauffällig oder auch unbemerkt. Doch das Hessische Landeslabor erklärt: „Im Falle klinischer Erscheinungen treten grippale Infekte mit Fieber auf. Daher wird dieser klassische Verlauf auch als West-Nil-Fieber bezeichnet. Nur äußerst selten kann es zu schweren Verlaufsformen mit einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung kommen, die vor allem bei älteren Patienten tödlich verlaufen kann. Diese Fälle treten vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem auf.“ Aber: „In Hessen wurde bisher keine dieser Infektionen durch eine Tigermücke dokumentiert“, so das Hessische Landeslabor.

Welche Rolle spielt die Asiatische Tigermücke?

Die Mückenart ist besonders stechfreudig und kann das Virus daher auch gut weitergeben. Der Stich der Tigermücke selbst ist eher ungefährlich und geht meist mit den typischen unangenehmen Folgen eines Mückenstichs wie Juckreiz und Schwellung der betroffenen Stelle einher. „Die Tigermücke hat die Eigenschaft, kurz aufeinanderfolgende Blutmahlzeiten an mehreren Individuen zu sich zu nehmen, diese Eigenschaft erhöht das Übertragungspotenzial“, teilt das Landeslabor mit.

Gibt es die Mücken auch in Wiesbaden?

In Hessen, unter anderem in Frankfurt, wurde die Mücke schon des Öfteren gesichtet. Eine Statistik darüber führt die Stadt Wiesbaden jedoch nicht. Die Stadt ist aber schon seit mehreren Jahren Mitglied in der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung von Stechmücken“ (KABS), die in Wiesbaden ein Monitoring betreibt. Vor allem am Oberrhein komme die Mücke vor.

Sollte Bedarf bestehen, ist KABS befugt, Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Damit sich verschiedenste Mückenarten nicht im eigenen Garten niederlassen, sollten vor allem im Sommer Abflüsse, Teiche, Regentonnen, Blumenvasen, Blumentopfuntersetzer, Vogeltränken und jegliche andere Behälter, in denen sich Regenwasser ansammeln kann oder sich stehendes Wasser befindet, kontrolliert werden. Wo es möglich ist, sollten Wasserreste entfernt werden. (nl)

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