Wo in Biebrich bald neue Parkplätze entstehen könnten

Mehr als 200 Parkplätze könnten in Biebrich wegfallen, wenn die Citybahn kommt. Die Planer sind jetzt auf der Suche nach alternativen Stellplätzen. Dabei wäre ein neues Parkhaus realistisch.

Wo in Biebrich bald neue Parkplätze entstehen könnten

Gesperrte Straßen, wie bis vor Kurzem die Kasteler Straße, und Baustellen, wie derzeit in der Straße der Republik auf Höhe der Hausnummer 14 sowie der Lieferverkehr in der Rathausstraße sind nur ein paar Beispiele von Situationen, die es Biebrichern oft schwer machen, einen Parkplatz zu finden. Auf einen Stellplatz direkt vor Haustür kann man sich in Wiesbadens größtem Stadtteil schon lange nicht mehr verlassen.

Citybahn killt Parkplätze

Und ausgerechnet in den Wohnstraßen Adolf-Todt-Straße und in der Stettiner Straße könnten mit dem Bau der Citybahn ganze Parkreihen wegfallen. Denn dann darf nur noch auf einer Straßenseite geparkt werden — die andere wird für eine Trasse der Citybahn gebaut. Und auch am Rathenauplatz müssten einige Anwohner umparken.

Auch von den Parkschein-Parkplätzen rund um die Robert-Krekel-Anlage würden mit der Citybahn mindestens die Stellplätze wegfallen, die auf der der Galatea-Anlage zugeneigten Seite liegen. „Wir kommen mit der derzeitigen Planung auf 228 Parkplätzen mit Parkschein, die durch den Bau der Citybahn wegfallen würden“, spricht Uwe Conrad vom Tiefbau- und Vermessungsamt über das Projekt. „Allein rund um die Robert-Krekel-Anlage wären es 31, weitere 13 südlich der Diltheystraße“, geht er genauer auf den Stadtteil ein.

Alternativen müssen her

„Das Thema Quartiersparkplätze ist ein wichtiger Teil unserer Überlegungen.“ - Christian Müller, Citybahn-Planer

Spätestens, wenn die Citybahn durch Biebrich fahren soll, müssen also neue Parkmöglichkeiten her. Wie diese aussehen könnten, weiß Christian Müller, der als Mitarbeiter der Firma „Mailänder Consult“ bei der Planung der Bahn dabei ist. „Das Thema Quartiersparkplätze ist ein wichtiger Teil unserer Überlegungen“, sagt er, „eine gute Möglichkeit sehen wir auf dem Gelände vor der Dyckerhoff-Sporthalle.“ Dort gibt es bisher einen Parkplatz, der an den Wochenenden bei Fußballspielen meist voll belegt ist. Unter der Woche nutzen ihn Anwohner — oft auch um ihr Auto über Nacht abzustellen.

Für Müller wäre hier ein Parkhaus denkbar. Mit drei bis vier Stockwerken könnte es zwischen 150 und 200 Stellplätze bieten. Das wären drei bis vier mal mehr als zum jetzigen Zeitpunkt. Durch eine Begrünung entlang der Außenwände, so Müller, könnte das Parkhaus den Platz auch optisch aufwerten. Wie lange die jetzigen Plätze während des Baus wegfallen würden, steht dabei noch nicht fest.

„Wir rechnen in der Straße ‘Am Schlosspark’ mit 60 zusätzlichen Stellplätzen.“ - Christian Müller, Citybahnplaner

Eine weitere Idee, die in Biebrich kursiert, ist der Bau eines Parkhauses auf dem Gelände der ehemaligen Freiherr-von-Stein-Schule. Doch dort müsste der denkmalgeschützte Feuerwehrturm weichen. Auch die früheren Pläne, dort einen Bürgersaal zu bauen, fielen flach. Die Planer rund um die Citybahn haben deshalb noch eine weitere Idee, um dem Platzmangel entgegenzuwirken. „Wir haben bereits bei der Stadt angefragt, ob es möglich wäre, die Straße „Am Schlosspark“ komplett zu einer Einbahnstraße zu machen“, erklärt Müller. Dadurch könnten die Parkplätze entlang der Parkmauer anders angeordnet werden. „Wir rechnen hier mit 60 zusätzlichen Stellplätzen“, rechnet Müller aus.

Auch am Rheinufer könnten sich auf Höhe der Glarusstraße einige Änderungen bei der Parkplatzanordnung ergeben. Ob die Citybahn dort einen Parkplatz der Firma Infraserv queren wird, um am Kreisverkehr vorbei zu fahren, oder ob der Kreisel zu einer Kreuzung zurückgebaut wird, sei noch nicht klar. Die Plätze könnten in der Rheingaustraße durch einen erweiterten Parkplatz oder durch ein mehrstöckiges Parkdeck ersetzt werden. Gespräche mit dem Hessischen Landesamt, dem das Grundstück gehört, laufen bereits. (lp)

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