„Irrsinn“: Wiesbadener Wasserstofftankstelle sorgt für Diskussionen

Das NDR-Satiremagazin „extra 3“ präsentiert in der Rubrik „Realer Irrsinn“ immer wieder Skurriles aus der Welt der Bürokratie und Behörden. Vor Kurzem ging es um die neue Wasserstoff-Bustankstelle in Wiesbaden.

„Irrsinn“: Wiesbadener Wasserstofftankstelle sorgt für Diskussionen

„Es ist ein Witz, dass wir jetzt nur zwei Busse haben“, ärgerte sich Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne), als im Februar die erste Wasserstofftankstelle für Busse auf dem ESWE-Betriebshof in Wiesbaden eröffnet wurde (wir berichteten).

Witzig fanden das wohl auch die Autoren des Satiremagazins „extra3“ des Norddeutschen Rundfunks (NDR), die in ihrer Kategorie „Realer Irrsinn“ kürzlich die Wiesbadener Wasserstofftankstelle abhandelten. Der Grund: Die rund zwei Millionen Euro teuere Tankstelle steht zwar schon, die dazugehörigen Busse lassen jedoch auf sich warten.

„So geht Verkehrswende! Ich hab nur eine Frage: Wo sind denn die Busse?“, fragen die Autoren zu Beginn des Beitrags. Und da hilft es auch nichts, dass Kowol erklärt, dass die Fahrzeuge trotz Vertrag nicht geliefert wurden. „Blöd gelaufen“, nennt „extra3“ diesen Umstand und nimmt die feierliche Einweihung der Tankstelle auf’s Korn. Genauso wie die Tatsache, dass die Stadt extra für den Pressetermin einen Wasserstoffbus ausgeliehen hat, der nun ein Jahr lang durch Wiesbaden fährt, „damit überhaupt mal irgendjemand an der Wasserstofftankstelle hält.“ „Das hat sich doch gelohnt“, sprich eine Stimme aus dem Off nicht ohne Schadenfreude.

Ganz so lustig finden die YouTube-Nutzer den Beitrag aber nicht. Die vorherrschende Meinung: Besser zuerst die Tankstelle und später die Busse, als andersherum. Eine Meinung, die auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Kowol teilen.

„Den Inhalt finden wir gar nicht lustig.“ - ESWE Verkehr über den Beitrag

Und was sagt ESWE Verkehr selbst zu dem Beitrag? „Wir haben einen gesunden Humor. Den Inhalt des satirischen Beitrag vom NDR finden wir nicht lustig. Unsere Wasserstofftankstelle in Zusammenarbeit mit der Mainzer Mobilität ist eine echte Pionierleistung, die das Ziel eines emissionsfreien ÖPNV unterstützt. Wenn dann die entsprechenden Brennstoffzellenbusse nicht fristgerecht geliefert werden, ist das ein Versagen der Industrie und des Herstellers. Dafür darf man die Mobilitätsdienstleister nicht an den Pranger stellen“, so ein Sprecher gegenüber Merkurist-

Tatsächlich ist der Wiesbadener „Irrsinn“ im Fall der einsamen Tankstelle gar nicht so irre, wie es der Titel vermuten lässt. Doch die Wasserstofftankstelle ist nicht der einzige Fall aus Wiesbaden. In der Vergangenheit war bereits eine Zwergensammlung und irreführende taktile Streifen im Hauptbahnhof Thema. Außerdem sorgten geänderte Hausnummern in Idstein bereits für Lacher. (nl)

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