Nach 11 Toten in Hanau: Mahnwache am Wiesbadener Hauptbahnhof

Nachdem in Hanau mehrere Menschen durch Schüsse getötet wurden, findet in Wiesbaden eine Mahnwache statt. Ein Kollektiv will den Opfern gedenken und ein Zeichen gegen rechts setzen.

Nach 11 Toten in Hanau: Mahnwache am Wiesbadener Hauptbahnhof

Elf Menschen sind am Mittwochabend in Hanau durch Schüsse getötet worden. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der mutmaßliche Täter einen rechtsradikalen Hintergrund hat. Das „Anarchistische Kollektiv Wiesbaden“ (AKW) veranstaltet deshalb am heutigen Donnerstag eine Mahnwache am Wiesbadener Hauptbahnhof. Ab 16 Uhr will das Kollektiv gemeinsam mit anderen Wiesbadenern den Opfern gedenken und ein Zeichen gegen Rechts setzen.

Nach der Tat hatten bereits viele Wiesbadener online Anteil genommen. In verschiedenen Facebook-Gruppen sprachen sie ihr Beileid und Unverständnis über die Tat aus. Auch der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende zeigte sich in einer Mitteilung fassungslos: „Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit verfolgen wir die Berichterstattung zu der Ermordung mehrerer Menschen in Hanau. Wir sind zutiefst schockiert und betroffen. Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Opfer“, erklärte er. Auch Wiesbadener Parteien wie die CDU und die SPD sprachen öffentlich ihr Beileid aus.

Hintergrund

Am Mittwochabend waren gegen 22 Uhr Schüsse unter anderem in einer Hanauer Shisha-Bar und in einem Kiosk gefallen. Auch ein Auto sei laut Polizei beschossen worden. Die ersten Schüsse fielen in der Shisha-Bar in der Hanauer Innenstadt. Dort starben vier Menschen. Anschließend schoss der 43-jährige mutmaßliche Täter auf Menschen in und vor dem Kiosk im Hanauer Stadtteil Kesselstadt. Dort gab es fünf Tote. Die Polizei fand den Schützen und seine Mutter später leblos in einer Wohnung.

Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund. Die Ermittler gehen deshalb und wegen eines Bekennervideos und -schreibens davon aus, dass der Täter einen rechtsradikalen Hintergrund hat. Er war Innenminister Peter Beuth (CDU) zufolge aber weder dem Landesamt für Verfassungsschutz noch der Polizei bekannt. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an.

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