Werbe-Fahrräder in der Innenstadt sorgen für Ärger bei Wiesbadener Radfahrern

Die Fahrradständer in der Stadt sollen es Radfahrern eigentlich leichter machen, ihr Fahrzeug abzustellen. Zurzeit stehen dort allerdings an einigen stellen Werbe-Räder und nehmen den Radfahrern so Platz weg. Was sagt die Stadt dazu?

Werbe-Fahrräder in der Innenstadt sorgen für Ärger bei Wiesbadener Radfahrern

Die Stadt Wiesbaden versucht einiges, um ihre Bürger dazu zu bewegen, vom Auto auf das Rad umzusteigen — vor allem der Luftqualität und damit der Umwelt zuliebe. Es gibt Mietradstationen, es werden Radwege, Protected Bike Lanes und Umweltspuren gebaut und erst im vergangenen Jahr hat die Stadt 750 neue Fahrradständer installiert.

Einen dieser Fahrradständer wollte Merkurist-Leser Thorsten vor Kurzem nutzen, um sein Rad in der Innenstadt abzustellen. Allerdings fand er dort keinen Platz mehr. „Rossmann blockiert mit Werbefahrrädern viele der knappen Fahrradständer in der Fußgängerzone“, macht er seinem Ärger in einem Snip Luft und fügt hinzu:

Die Fahrradständer seien häufig ohnehin schon von Rädern anderer Wiesbadener belegt „und wenn noch 5 weitere Firmen auf diese Weise Werbung machen schon sowieso“, sagt er. Während einige Leser seinen Ärger als kleinkariert und „deutsch“ abtun, pflichten ihm andere bei. „Ich fahre nahezu ausschließlich mit dem Rad und durch den ansteigenden Radgebrauch habe ich Immer mal wieder das Problem einen „Parkplatz“ für mein Rad zu finden“, sagt beispielsweise Leser Oliver. „So abwegig oder deutsch finde ich den Einwand aus praktischer Sicht nicht.“ Thorsten fragt sich jetzt, was die Stadt, die sich doch eigentlich dafür einsetzt, dass noch mehr Wiesbadener mit dem Rad in die Innenstadt fahren, dazu sagt. Dürfen die Räder überhaupt dort stehen?

Keine eindeutige Regelung

„Eine eindeutige Regelung, unter die man auch diese Art der Werbung packen könnte, gibt es nicht“, erklärt ein Sprecher des zuständigen Verkehrsdezernats. Ob ein solches Rad eine Genehmigung der Stadt braucht, kommt vor allem auf die Art der Nutzung an. Sind die Räder lediglich mit Werbung versehen, können aber potenziell gefahren werden, dann bräuchten sie theoretisch keine Genehmigung. Denn dann wären sie als Verkehrsteilnehmer zu sehen. „Sollte es sich hingegen um ein nicht betriebsbereites Fahrrad handeln, welches nur zum Zwecks der Werbung dort abgestellt wurde, so wäre es eine kommerzielle Nutzung, die eine genehmigungspflichtige Sondernutzung darstellen könnte und auch ggf. gegen den Werbenutzungsvertrag verstößt“, so der Sprecher. Im Fall der Werbe-Räder in der Innenstadt müssten die Fahrzeuge vor Ort begutachtet werden. „Da es keine eindeutige Regelung gibt, wurde von uns bisher keine Genehmigung erteilt.“

Rossmann äußert sich nicht

Rossmann selbst äußert sich auf Merkurist-Nachfrage nicht zu den Vorwürfen der Radfahrer. Ein Sprecher des Unternehmens nennt lediglich das Datum, an dem die Werbe-Räder wieder aus der Stadt verschwinden sollen — das ist allerdings schon verstrichen. Denn eigentlich wollte das Unternehmen die Räder am Mittwoch, 24. Juni wieder abbauen. Doch auch am heutigen Donnerstag stehen einige von ihnen, wie beispielsweise in der Langgasse, noch angekettet an den Fahrradständern. (nl)

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