Baubranche protestiert mit Autokorso in Wiesbaden

Keine Einigung bei Tarifverhandlungen

Baubranche protestiert mit Autokorso in Wiesbaden

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) protestiert am Montag (21. Juni) gemeinsam mit Beschäftigten aus der Baubranche. Die Corona-Krise hätte zu hohen Umsätzen geführt, jetzt müssten die Mitarbeiter daran beteiligt werden, so die Gewerkschaft. Dafür starten die Beteiligten um kurz vor 12 Uhr einen Autokorso in Wiesbaden.

„Im Wiesbadener Baugewerbe wurde im vergangenen Jahr voll durchgearbeitet und damit entscheidend zur Stabilisierung der heimischen Wirtschaft in Zeiten der Corona-Krise beigetragen“, teilt die IG Bau mit. Problem der Branche sei, dass Fachkräfte fehlen und der Nachwuchs andere Branchen attraktiver finde. Diese Lage sollte die Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen eigentlich zu großzügigen Angeboten animieren, findet die IG Bau. „Sie hätten jetzt die Möglichkeit, in einer wirtschaftlich sehr guten Zeit für das Baugewerbe auch die Bauberufe attraktiver zu machen und diese so nachhaltig gut aufzustellen.“

Dazu hatte die Gewerkschaft Forderungen bei den Tarifverhandlungen aufgestellt. Das Einkommen solle um 5,3 Prozent angehoben werden. Außerdem sollten Ost- und West-Einkommen angeglichen und eine Entschädigung für die unverhältnismäßig langen Wegstrecken zu den Baustellen gezahlt werden. Bei der ersten Tarifverhandlung für die bundesweit 890.000 Bau-Beschäftigten sei es allerdings nicht zu einer Einigung gekommen.

„Dieses Verhalten bringt die Bau-Beschäftigten auf die Palme – und auf die Straße. Deshalb hat die IG BAU vor der zweiten bundesweiten Tarifverhandlung am 21. und 22. Juni zu Protesten am heutigen Montag aufgerufen“, erklärt die IG Bau. Im Rahmen eines Autokorsos werden die Bau-Beschäftigten in Wiesbaden um 5 Minuten vor 12 Uhr vor dem Gebäude des Bau-Industrieverbands in der Abraham-Lincoln-Straße 30 protestieren. Es werden zahlreiche Teilnehmer erwartet. „Sie werden deutlich machen, dass es 5 vor 12 ist für ordentliche Arbeitsbedingungen und auch 5 vor 12 für nachhaltige Verbesserungen bei den Tarifverhandlungen“.

Logo