50 Kinder stehen in Wiesbaden vor der Kamera

Ein Filmteam war in Wiesbaden in zwei Schulen unterwegs. In den Klassenzimmern entstand ein Film, über ein ernstes Thema.

50 Kinder stehen in Wiesbaden vor der Kamera

„Licht, Kamera, Action!“, hieß es in dieser Woche in gleich zwei Wiesbadener Schulen. Acht Tage lang fanden in der Elly-Heuss-Schule und in der Pestalozzi-Grundschule Dreharbeiten statt. Dabei standen insgesamt mehr als 50 junge Wiesbadener vor der Kamera. Sie sind nun Teil eines Kurzfilmes, der nach der Fertigstellung auf Festivals und in sozialen Medien präsentiert werden soll.

Ernster Hintergrund

Die Idee zu dem Stück „I wonder“ stammt von Regisseurin Olivia Nigl. Sie will mit dem Film auf ein Thema aufmerksam machen, das vor allem in den Klassenzimmern auffällt: Legasthenie. Von der Leserechtschreibschwäche seien in Deutschland nämlich laut Studien zwischen 2 und 4 Prozent aller Schüler betroffen. Dabei spiele es keine Rolle, aus welchem Elternhaus die Kinder kommen, Betroffene finde man in allen sozialen Schichten.

Mit dem Film will Nigl ihnen nun eine Stimme verleihen und die Problematik mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Unterstützung hat sich sich dabei bei der Scaramouth Academy in Wiesbaden geholt. „Durch unseren Schauspielunterricht fördern wir Kindern und Jugendliche und vermitteln ihnen gleichzeitig selbstbewusst im Alltagsleben mit ihrer Schwäche umzugehen“, so Corinna van Eijk von der Jugendschauspielschule. Sie hat mehr als 50 junge Schauspieler gecastet, um alle Rollen in „I wonder“ zu besetzen.

Wiesbadener Schüler vor der Kamera

So schlüpfte Maxi Scheler in die Rolle der 7-jährigen Marie, die wegen ihrer Lese-Rechtschreibschwäche in der Schule von ihren Mitschülern ausgelacht, und sogar von der Lehrerin als „dumm“ angesehen wird. Lucas Freigang, ebenfalls Schüler der Wiesbadener Schauspielschule, verkörpert den 15-jährigen Leo, der im Film einen Liebesbrief an ein Mädchen schreibt, und dafür nur Spott von seinem Schwarm erntet.

Nach Abschluss der Dreharbeiten folgen nun die Nachbearbeitung und der Schnitt des Materials. Unterstützung bekommt Nigl für ihr Projekt nicht nur von der Scaramouche Academy - die Arbeiten werden auch vom Bundesverband Legasthenie und Jan Scmok, Leiter von Spektrumfilm Mainz, gefördert. (nl)

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