Warum man für die Fahrt mit der Nerobergbahn einen Corona-Test braucht

Während man mit den Wiesbadener Bussen auch fahren darf, wenn man nicht geimpft, genesen oder getestet ist, geht das in der Nerobergbahn nicht. Dort gilt Test- und Maskenpflicht. Warum ist das so?

Warum man für die Fahrt mit der Nerobergbahn einen Corona-Test braucht

Wer mit der Nerobergbahn fahren möchte, muss sich an einige Corona-Regeln halten. Fahrgäste müssen eine medizinische Maske tragen, geimpft, genesen oder getestet sein und ein Kontaktformular ausfüllen. Außerdem dürfen nur 20 statt 40 Personen gleichzeitig mitfahren. Merkurist-Leser Oliver wundert sich darüber. Vor allem die Testpflicht wirft bei ihm Fragen auf: „Warum wird für die Nerobergbahn für 20 Personen ein Negativtest verlangt und für die Busse nicht?“

Zum einen handelt es sich bei der Nerobergbahn um ein Sonder-Verkehrsmittel. Sie wird demnach generell anders behandelt als der ÖPNV. Eine generelle Testpflicht gibt es aber auch für Bahnen wie die Nerobergbahn nicht, wie eine Sprecherin des hessischen Verkehrsministeriums auf Merkurist-Anfrage erklärt. „Aber es gibt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Diese Maskenpflicht gilt nicht, wenn alle Insassen einen Negativnachweis (geimpft, genesen oder getestet) haben.“ Theoretisch könnte man also auch ungetestet und ungeimpft mit der Nerobergbahn fahren, solange man Maske trägt. Das Hygienekonzept der Bahn schreibt aber dennoch Test und Maske vor. Warum ist das so?

Das sagt der Bahn-Betreiber

Wie Christian Giesen vom Nerobergbahn-Betreiber ESWE Verkehr erklärt, wurde das Hygienekonzept bereits eingereicht, als noch strengere Regeln in Hessen galten. Als dann nach und nach gelockert wurde und in der Stadt viele Hygienekonzepte abgestimmt werden mussten, wurde das der Bahn nicht noch einmal angepasst. „Das hätte man sicher machen können, aber man muss auch sehen, dass es in der rein mechanischen Nerobergbahn an vielen Stellen auch eine gewisse Nähe zwischen Fahrern und Fahrgästen gibt“, sagt Giesen. Zum Beispiel beim Schließen der nicht-automatischen Türen oder wenn man auf der Plattform steht. „Hier ist besondere Vorsicht zum Schutz aller geboten.“

Bisher habe sich das Hygienekonzept bewährt und die meisten Fahrgäste hätten Verständnis für die Regeln gezeigt. „In wenigen Einzelfällen konnten wir die Beförderung von Fahrgästen nicht genehmigen, da sie die wichtigen Voraussetzungen nicht erfüllt haben.“ Bisher sei die Nachfrage insgesamt aber auch eher moderat gewesen. Nur Schulklassen und Kindergärten hätten die Bahn häufig genutzt. „Sicher hat das auch viel mit dem zuletzt sehr regnerischen Wetter zu tun. Bei solch einem verregneten Wetter ist ja auch der Ausblick vom Wiesbadener Hausberg, dem Neroberg, nur halb so schön.“

Wann die strengen Regeln in der Bahn gelockert werden, ist nicht klar, sagt Giesen. „Da nun die Sommerferien beginnen, es damit auch wieder mehr Reiserückkehrer gibt, die Delta-Variante weiter auf dem Vormarsch ist und die Inzidenzen leicht ansteigen, bleibt beim Hygienekonzept zunächst alles wie es ist.“

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