Wenn das Auto zur Todesfalle wird

Viele wollen „nur mal kurz einkaufen“. Dass sie ihren Hund oder ihr Kind, das sie dabei im Auto lassen, in Lebensgefahr bringen, sollte eigentlich jedem klar sein. Trotzdem muss es scheinbar jährlich wieder erklärt werden.

Wenn das Auto zur Todesfalle wird

Das Thermometer klettert wieder in die Höhe. Das freut sowohl Mensch als auch Tier. Gefährlich bis tödlich wird es jedoch, wenn das Herrchen seinen Hund bei diesen Temperaturen im Auto lässt. Von Kreislaufproblemen bis zum Tod: Die Folgen können verheerend sein.

Bei einer Außentemperatur von 20 Grad denken wohl die wenigsten an Hitze, Schweißausbrüche und Kreislaufkollaps. Daher wird auch oftmals die Gefahr unterschätzt, der man sein geliebtes Haustier aussetzt, wenn es bei solchen Temperaturen im Auto gelassen wird. Doch auch unter solchen Umständen kann es im Fahrzeuginneren schnell 30 bis 40 Grad heiß werden. „Unter 'Hot Dogs' verstehen wir etwas anderes“, machte die Polizei Westhessen via Facebook daher auch vor Kurzem auf die Problematik aufmerksam.

Unterschätztes Risiko

„Selbst ein Stellplatz im Schatten oder ein leicht geöffnetes Fenster sind kein ausreichender Schutz“, so die Polizei. „Irreperable Organschäden, Hitzeschlag oder gar Tod können die Folgen sein.“ Die Tierschutzorganisation „Peta“ klärt auf: „Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, können sie im heißen Wageninneren ihre Körpertemperatur nicht mehr regulieren.“ Sie erleiden irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand. Auch bereits gerettete Hunde können an den Folgen der Hitzequal sterben, so die Organisation.

Dieser Tage klettert das Thermometer täglich weit über 20 Grad. Bei einer Außentemperatur von 24 Grad, die derzeit oftmals überschritten wird, genügt schon eine halbe Stunde, um das Auto im Innenraum auf über 40 Grad aufzuheizen. Liegt die Außentemperatur höher, geht es noch schneller. Da Hunde normalerweise eine Körpertemperatur von etwa 38 bis 39 Grad haben, wird es ab 41 Grad gefährlich. Dann beginnen sich die Eiweißbausteine im Blut der Tiere zu verändern, das Blut wird dicker und es können nicht mehr alle Organe versorgt werden.

Was tun?

„Peta“ rät, dass Passanten, die einen Hund im Auto entdecken, zunächst versuchen sollten, den Halter ausfindig zu machen. Etwa durch eine Durchsage im Laden, wenn das Auto auf einem Supermarktparkplatz steht. Lässt sich der Besitzer nicht schnell finden, sollte man die Polizei rufen.

Befindet sich der Hund bereits in Lebensgefahr, könne man in Betracht ziehen, die Scheibe einzuschlagen. „Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, doch sollte das Leben des Hundes größeren Wert haben“, so die Organisation.

Die Polizei erklärt, man solle ohne zu zögern gleich den Notruf wählen. Sinnvoll sei es dann, möglichst genau Angaben zu machen, damit die Beamten das Tier auch schnell finden. Dazu zählen der Standort, das Kennzeichen sowie Farbe und Typ des Autos. „Bitte lasst niemals bei sommerlichen Temperaturen ein Tier in einem Auto eingesperrt. Über Menschen (Kinder, Babys) brauchen wir nicht reden, oder? Das sollte jedem klar sein“, so die Polizei Westhessen via Facebook.

Logo