Der Magistrat der Stadt Wiesbaden hat am Dienstag (8. September) die Pläne für die Sanierung und den Erweiterungsbau der Hafenschule in Schierstein beschlossen. Das teilt die Stadt mit. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 42,5 Millionen Euro.
Tiefgarage als Hochwasserschutz
Die alten Klassen- und Verwaltungstrakte aus den 1950er-Jahren sollen abgerissen werden, da eine Sanierung laut Stadt wirtschaftlich und pädagogisch nicht sinnvoll ist. Stattdessen entsteht ein moderner Neubau, der flexiblere Raumzuschnitte für zeitgemäße pädagogische Konzepte bietet. Das historische Schulhaus aus dem Jahr 1884 wird saniert und zu einem modernen Verwaltungsgebäude umgebaut. Die bisherige Turnhalle der Schule wird künftig als Mensa genutzt, der Sportunterricht findet in der nahegelegenen neuen Sporthalle der Erich-Kästner-Schule statt.
Das Projekt setzt auch ökologische Maßstäbe: Auf dem Dach des Erweiterungsbaus wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Eine technische Besonderheit betrifft zudem den Hochwasserschutz am angrenzenden Lindenbach: Der Neubau erhält eine unterirdische Parkebene. Diese dient im Normalfall als Parkfläche, kann jedoch bei extremem Hochwasser gezielt geflutet werden, um den Lindenbach sowie die angrenzenden Grundstücke und Schulgebäude wirksam zu entlasten.
Unterricht in Containern während der Bauzeit
Damit der Schulbetrieb während der rund 28-monatigen reinen Bauzeit ungestört weiterlaufen kann, wird an der Saarbrücker Allee eine Containeranlage errichtet. Diese soll bis Mai 2027 fertiggestellt sein. In den Sommerferien 2027 zieht die Schule um, sodass das Schuljahr 2027/28 im Interim starten kann. Der Baustart auf dem eigentlichen Schulgelände mit den Abbruchmaßnahmen ist für November 2027 geplant. Zusätzlich zu den Baukosten sind für die Neuausstattung des Neubaus und Ergänzungen im Altbestand rund 900.000 Euro eingeplant.
Mit dem Großprojekt soll die Grundschule dauerhaft dreizügig werden und der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/27 gesichert werden. „Mit der Sanierung und der gezielten Erweiterung der Hafenschule schaffen wir eine zeitgemäße, komplett barrierefreie Lehr- und Lernumgebung für unsere Grundschülerinnen und Grundschüler“, so Schuldezernentin Patricia Becher (SPD). Bevor das Projekt starten kann, muss die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 30. September, noch final zustimmen.