Was die Stadt Wiesbaden jetzt gegen extreme Temperaturen unternimmt

Neue Zahlen zeigen, wie dramatisch die Lage für Rettungsdienste in Wiesbaden bei hohen Temperaturen ist.

Was die Stadt Wiesbaden jetzt gegen extreme Temperaturen unternimmt

Die Stadt Wiesbaden bereitet sich mit neuen Maßnahmen auf künftige Hitzewellen vor und ruft die Bevölkerung zu verantwortungsvollem Handeln auf. Das teilten Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und weitere Vertreter der Stadt am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit.

Als eine erste Maßnahme stellt die Stadt einen kühlen Ort mit Sitzgelegenheiten und Trinkwasser zur Verfügung: den klimatisierten Raum 22 im Erdgeschoss des Rathauses am Schlossplatz 6. Dieser ist an Tagen mit angekündigten Temperaturen ab 30 Grad Celsius für Bürger geöffnet, zunächst montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 15 Uhr. Zusätzlich wird ab Mittwoch, 8. Juli, ein Hitze-Telefon unter der Nummer (0611) 319090 geschaltet. Mitarbeiter des Gesundheitsamtes beantworten dort montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr Fragen zum Thema. Ein Flyer mit Tipps wird zudem an alle Haushalte verteilt.

Zahl der Notfälle bei Hitze drastisch gestiegen

Wie sehr extreme Temperaturen die Notfallversorgung belasten, zeigt ein Vergleich von zwei Wochenenden. An einem Hitzewochenende Ende Juni mit Temperaturen bis 41 Grad stiegen die Rettungsdiensteinsätze im Vergleich zu einem Wochenende mit bis zu 34 Grad um rund 42 Prozent. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen nahm um 30 Prozent zu, bei schwer erkrankten Patienten gab es sogar ein Plus von 162 Prozent. Die Zahl der Todesfälle, die vom Rettungsdienst festgestellt wurden, stieg von 3 auf 33. Auch wenn nicht jeder Fall direkt auf die Hitze zurückzuführen ist, zeigt die Häufung die Gefahr für ältere und vorbelastete Menschen.

„Solche Hitzewellen bringen den Rettungsdienst und auch die Krankenhäuser an ihre Grenzen“, sagt Norbert Hagner, Sachgebietsleiter für den Rettungsdienst. „Wenn die Einsätze sprunghaft ansteigen und immer mehr schwer erkrankte Menschen versorgt werden müssen, ist das eine enorme Anstrengung für alle Einsatzkräfte.“ Es sei daher wichtig, Notfälle von vornherein zu vermeiden.

Stadt appelliert an Bürger

Die Stadtverwaltung appelliert daher an die Bürger, sich gegenseitig zu unterstützen. „Die Stadt trifft Vorkehrungen für heiße Tage – doch gut durch eine Hitzewelle kommen wir nur gemeinsam“, so Oberbürgermeister Mende. Er bittet die Wiesbadener, auf Nachbarn, Freunde und Angehörige zu achten und sie zu unterstützen, etwa beim Einkauf oder durch regelmäßige Anrufe.

Dr. Katharina Ferrari-Kühne, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes, wies auf einfache, aber wirksame Maßnahmen hin. Dazu gehört, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengungen zu meiden. „Passen Sie nicht nur Ihr eigenes Verhalten an die Temperaturen an, sondern achten Sie auch auf besonders gefährdete Mitmenschen“, riet sie. Außerdem warnte sie eindringlich davor, Menschen oder Tiere in abgestellten Fahrzeugen zurückzulassen.