Wiesbaden verliert 7.000 Bäume in sieben Jahren

Versiegelung und Hitzebelastung nehmen in Wiesbaden zu. Das zeigt ein neuer Bericht der Deutschen Umwelthilfe. In einer Kategorie erhält die Stadt die „rote Karte“.

Wiesbaden verliert 7.000 Bäume in sieben Jahren

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schlägt in ihrem neuen „Hitze-Check 2026“ Alarm: In Wiesbaden sind zwischen 2018 und 2025 rechnerisch rund 7.051 Bäume verschwunden. Wie die Organisation am Dienstag mitteilt, ist die Hitzebelastung für die Bevölkerung besonders hoch – die hessische Landeshauptstadt erhält dafür die „rote Karte“.

Grundlage für die Analyse sind unter anderem Satellitendaten. Für Wiesbaden ergibt sich daraus ein sogenannter Hitzebetroffenheitsindex, der die Belastung der Menschen durch sommerliche Hitze darstellt. Dieser Index berücksichtigt Faktoren wie die Versiegelung von Flächen, das vorhandene Grünvolumen, die Oberflächentemperatur und die Bevölkerungsdichte. Das Gesamtergebnis der Analyse ergibt eine Bewertung für Wiesbaden in der roten Kategorie.

Weniger Bäume, mehr versiegelte Flächen

Auch bei anderen Indikatoren schneidet die Stadt nur mittelmäßig ab. Der sogenannte Beschirmungsgrad, der den Anteil von Flächen mit Baumkronen beschreibt, liegt in Wiesbaden bei 25,03 Prozent. Wissenschaftler empfehlen einen Wert von mindestens 30 Prozent, um für ausreichend Schatten und Kühlung zu sorgen. Gleichzeitig hat die Versiegelung von Böden durch Gebäude und Straßen im Untersuchungszeitraum um 0,37 Prozent zugenommen.

Wiesbaden ist mit diesem Problem nicht allein. Bundesweit hat die DUH den Zustand in 195 Städten untersucht. „Besonders alarmierend ist, dass in den untersuchten Städten in den vergangenen sieben Jahren nahezu eine Million Bäume verschwunden sind“, erklärt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH.

DUH fordert Umdenken in der Politik

Die Umwelthilfe sieht in den Ergebnissen einen Weckruf für die Politik und fordert verbindliche Vorgaben für mehr Stadtgrün und die Entsiegelung von Flächen bei Bauprojekten. Als Vorbild nennt die Organisation die „3-30-300 Regel“: Jeder Bürger sollte von seinem Zuhause aus drei Bäume sehen können, in einem Viertel mit 30 Prozent Baumbestand leben und die nächste Grünfläche in maximal 300 Metern Entfernung erreichen.

Unter dem Motto „Bäume retten Leben“ hat die DUH zudem eine Petition für den Erhalt von Bäumen gestartet. Bürger werden aufgerufen, sich für mehr Grün in ihren Städten einzusetzen und fällungsbedrohte Bäume zu melden.