Antikes Bauwerk bei Grabungen in Mainz-Kastel freigelegt

Immer wieder finden sich in Wiesbaden Spuren der römischen Herrschaft. So womöglich auch dieses Mal im Stadtteil Mainz-Kastel.

Antikes Bauwerk bei Grabungen in Mainz-Kastel freigelegt

Schon zu römischer Zeit war Wiesbaden für seine Thermalquellen bekannt. Wenig verwunderlich wäre es also, wenn sich auch damals schon betagte Offiziere der römischen Legion hier zur Ruhe gesetzt hätten. Einen Nachweis dafür haben Archäologen jetzt womöglich in Mainz-Kastel gefunden.

Denn auf einem Baugrundstück am künftigen Gewerbegebiet „Petersweg Ost“ wurden Fundamente gefunden, die womöglich zu einer „Villa Rustica“ gehörten. „Wenn die Dienstzeit beendet wurde, wurden Offiziere mit einer Villa Rustica belohnt“, erklärt Klaus Lehne. Lehne ist als Heimatforscher in Kastel tätig. Zwar nimmt er nicht selbst an den Ausgrabungen teil, hat aber die freigelegten Mauerwerke besichtigen können. „Die Fundamente waren gut erkennbar“, so Lehne.

Möglicher Gutshof zur Nahversorgung

Daher geht er davon aus, dass es sich um einen solchen Gutshof handelte. Oftmals verfügten die Gebäude über einen ähnlichen Aufbau, was den Wiedererkennungswert erhöht.

Meist hatten die Villen einen großen Innenhof und beherbergten Sklaven und Freie, die sich um die Bewirtschaftung der umliegenden Felder kümmerten. Damit übernahmen die Höfe eine wichtige Rolle bei der Versorgung der römischen Truppen in der Region.

Ob es sich bei der Grabung tatsächlich um ein Anliegen aus der Römerzeit handelt, ist unklar, wenn auch aufgrund der Geschichte Wiesbadens wahrscheinlich. Allerdings war das zuständige hessische Landesamt für Denkmalpflege nicht auf Anfrage von Merkurist zu erreichen. (js)

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