Wieso ein früherer Bürgermeister in Kastel jetzt ein Ehrengrab erhält

Die Stadt Wiesbaden ehrt den früheren Kasteler Bürgermeister Heinrich Löffelholz mit einem Ehrengrab. Er modernisierte die Gemeinde vor über 100 Jahren maßgeblich.

Wieso ein früherer Bürgermeister in Kastel jetzt ein Ehrengrab erhält

Die Grabstätte von Heinrich Löffelholz auf dem Friedhof in Kastel wird zu einem Ehrengrab. Das teilt die Landeshauptstadt Wiesbaden am Freitag mit. Die Ehrung wurde von Magistrat und Ältestenrat beschlossen und gilt bis zum Ende des Jahres 2045.

„Heinrich Löffelholz hat sich sehr um Kastel verdient gemacht und als Bürgermeister viel Verantwortung für die damals eigenständige Gemeinde übernommen“, teilt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende mit. „Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Bürgermeister und der infrastrukturellen Modernisierung der Gemeinde in seiner Amtszeit gebührt ihm diese Würdigung. Kastel hat ihm viel zu verdanken.“

Heinrich Löffelholz wurde 1855 in Kastel geboren und war von 1890 bis 1908 Bürgermeister der damals noch eigenständigen Gemeinde. Seine Amtszeit endete mit der Eingemeindung nach Mainz. Er verstarb 1932 in Mainz.

Kastel maßgeblich modernisiert

Während seiner Amtszeit trieb Löffelholz die Modernisierung der Infrastruktur voran. So entstanden in Kastel ein Wasserwerk und ein Elektrizitätswerk. Dadurch erhielten die Häuser Wasseranschlüsse, die die bisherigen Brunnen ablösten. Gleichzeitig wurden Abwasserkanäle angelegt und die Straßen gepflastert. Das Wasserwerk versorgte ab 1904 auch die Gemeinde Amöneburg. Das Elektrizitätswerk lieferte zunächst nur Strom für die Straßenbeleuchtung.

Auch der Bau der Kaiserbrücke, die Mainz mit Kastel verband, fiel in die Amtszeit von Löffelholz. Für seine Verdienste als Bürgermeister erhielt er mehrere Orden. Ehrengräber verleiht die Stadt Wiesbaden an Personen, die sich hervorragende Verdienste um die Stadt erworben haben oder deren Leistungen auf Gebieten wie Politik, Kultur oder Wissenschaft gewürdigt werden sollen.