Diese ehemaligen Restaurants werden in Wiesbaden vermisst

Lokale in Wiesbaden kommen und gehen. Während einige schnell in Vergessenheit geraten, haben andere einen festen Platz in den Erinnerungen der Wiesbadener.

Diese ehemaligen Restaurants werden in Wiesbaden vermisst

Die Gastronomieszene in Wiesbaden befindet sich in einem permanenten Wandel. Während viele Traditionslokale mehrere Generationen überdauern, verschwinden manche Lokale nach nicht einmal einem Jahr wieder aus der Stadt. Einige Restaurants werden seit ihrem Weggang von vielen Wiesbadenern schmerzlich vermisst, sei es wegen des besonderen Essens oder etwa wegen der besonderen Geschichte des Hauses. Wir haben Euch gefragt, welche Lokale Ihr vermisst und ein paar hier zusammengetragen.

Akropolis

Eines der von den Merkurist-Lesern am häufigsten genannten Restaurants ist das ehemalige griechische Restaurant „Akropolis“ in der Dotzheimer Straße. Es hat im vergangenen Jahr für viele Gäste überraschend geschlossen. Schaut man sich die noch vorhandenen Online-Bewertungen für das „Akropolis“ an, wird schnell klar, wieso so viele Wiesbadener das Restaurant vermissen.

Zum einen wird immer wieder das gute griechische Essen gelobt. Besonders das Gyros sei immer knusprig und nie trocken gewesen. Sowohl Fleisch- als auch Gemüsegerichte seien laut Bewertungen immer frisch und von guter Qualität gewesen. Am meisten gelobt wird aber die authentische Art des ehemaligen Gastgebers. Dieser sei immer freundlich zu den Gästen gewesen, man habe sich bei ihm gut aufgehoben und fast wie in Griechenland gefühlt. Weil der Mietvertrag nicht verlängert wurde, war 2018 Schluss für das Akropolis, an seiner Stelle hat in der Dotzheimer Straße das südamerikanische Lokal „Café de Colombia“ eröffnet.

Wienerwald

Das Unternehmen „Wienerwald“ galt als einer der Vorreiter von Schnellrestaurants in Europa. 1955 in München gegründet, hatte das Unternehmen innerhalb weniger Jahre fast 700 Filialen in Deutschland und Österreich eröffnet. Auch für viele Wiesbadener war das Restaurant lange Zeit die erste Anlaufstelle, wenn man nach gegrilltem Hähnchen und Pommes suchte. Besonders für diejenigen, die in den 70er und 80er-Jahren aufgewachsen sind, gehört der „Wienerwald“ zu den leckeren Kindheitserinnerungen.

In den 80er-Jahren musste der Konzern jedoch Insolvenz anmelden, sodass viele Restaurants von der Karte verschwanden, darunter auch der Ableger in Wiesbaden. Heute gibt es nur noch wenige Restaurants — unter neuer Führung und mit neuem Konzept — in Deutschland, die meisten davon in München.

Ambessa Afrika

Dass es die Wiesbadener auch gerne exotisch mögen, zeigt ihre jahrelange Verbundenheit zum „Ambessa Afrika.“ Wer das eriträische Restaurant in der Dotzheimer Straße betrat, musste sich etwas umgewöhnen, denn in dem ostafrikanischen Land wird das Essen traditionell nur mit der Hand gegessen. Besteck suchte man vergebens. Serviert wurde neben Rind, Huhn, Lamm, Fisch auch Vegetarisches. Darunter auch typisch afrikanische Gemüsesorten wie Maniok, Kochbananen, Okraschoten, und Yamswurzeln.

Dass das „Ambessa Afrika“ nach über vier Jahren in Wiesbaden im Mai 2019 schließen musste, hatte aber nichts mit ausbleibendem Erfolg des Restaurants zu tun. Stattdessen waren es persönliche Gründe, die zum Aus des Lokals führten. Wegen seiner kleinen Tochter hatte der ehemalige Betreiber Zeki Yared beschlossen, Wiesbaden zu verlassen: „Sie ist jetzt acht Monate alt und ich habe sie so selten gesehen“, erzählte er im Mai im Gespräch mit Merkurist. Gemeinsam mit seiner Frau Nazred lebt das Kind in London. Nach sieben Jahren Fernbeziehung und acht Monaten, in denen Zeki seine Tochter nur selten sehen konnte, zog Yared zu seiner Familie nach Großbritannien.

Die Entscheidung, das „Ambessa Afrika“ aufzugeben, sei ihm damals nicht leicht gefallen: „Viele meiner Gäste sind Freunde geworden, einige waren sogar auf meiner Hochzeit“, erzählte er. Und auch die Wiesbadener waren über das Ende enttäuscht: „Wieder geht in Wiesbaden was ganz Großes verloren“, lautete ein Kommentar auf Facebook, nachdem die Schließung bekanntgegeben wurde. (js/ts)

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