Wiesbadener Kita sammelt Flaschendeckel gegen Kinderlähmung

Die Kita Schatzkiste in der Wellritzstraße ist gerade voll mit Flaschendeckeln. Der Grund: Die Kinder sammeln die Deckel, um damit ein soziales Projekt zu unterstützen. Mit dem Erlös werden Impfungen gegen Kinderlähmung finanziert.

Wiesbadener Kita sammelt Flaschendeckel gegen Kinderlähmung

Wenn die Kinder der Kita Schatzkiste in der Wellritzstraße nach dem Wochenende wieder in den Kita-Alltag starten, dann haben viele von ihnen Flaschendeckel im Gepäck. Nicht etwa, weil sie sie auf der Straße gefunden haben, sondern um anderen Kindern zu helfen. Denn seit Januar bewahrt die Kita Flaschendeckel auf, um Geld für Impfungen gegen die ansteckende Krankheit Kinderlähmung zu sammeln.

„Es ist toll, gemeinsam mit den Kindern etwas Soziales zu tun.“ - Maike Nava, Kitaleitung

Maike Nava, Kitaleiterin der Kita, findet die Aktion super. „Es ist toll, gemeinsam mit den Kindern etwas Soziales zu tun“, sagt sie. Als der Träger der Einrichtung „IB Deutschland“ sich dazu entschloss, bei der Aktion mitzumachen, freute sie sich sehr, sagt sie. Auch das IB Bildungszentrum in der Kaiser-Friedrich-Straße macht mit.

500 Deckel für eine Impfung

Hintergrund ist die Aktion „Deckel gegen Polio“, die vom Verein „Deckel Drauf“ ins Leben gerufen wurde. Jeder gespendete Deckel trägt dazu bei, die Verbreitung von Kinderlähmung einzudämmen. Dafür verkauft der Verein die Deckel an Verwerter, die das Material dann recyclen und wiederverwerten. Die Einnahmen gehen an ein Projekt des „Rotary Clubs“. Mit 500 gesammelten Deckeln kann so eine Impfung gegen Kinderlähmung finanziert werden. Ziel ist es, die Krankheit, die schwere Behinderungen zur Folge haben kann, bis 2020 auszurotten.

„Viel wichtiger ist, dass die Kinder etwas mit ihren eigenen Händen tun können, um anderen Kindern zu helfen.“ - Maike Nava

Natürlich verstehen nicht alle Kinder der Kita Schatzkiste, was Kinderlähmung ist. „Das steht aber auch gar nicht im Vordergrund“, sagt Nava. „Viel wichtiger ist, dass die Kinder etwas mit ihren eigenen Händen tun können, um anderen Kindern zu helfen.“

Und das mache den Kindern im Alter zwischen einem und 12 Jahren ziemlich viel Spaß. Jeden Tag bringen die Kinder der verschiedenen Gruppen einen leer getrunkenen Wasserkasten in den Flur. Dort angekommen schrauben sie die Deckel ab und werfen sie in eine Tüte. „Das ist für die Kinder alles sehr greifbar und gibt ihnen ein schönes Gefühl“, sagt Nava. Viele bringen auch Deckel von zuhause mit.

Viele Deckel gesammelt

„Damit können bestimmt schon 100 Impfungen finanziert werden.“ - Maike Nava

Weil eine Mitarbeiterin der Kita die Aktion über ihre Social-Media-Kanäle geteilt hatte, sind jetzt schon sehr viele Deckel zusammengekommen. „Damit können bestimmt schon 100 Impfungen finanziert werden“, so Nava. Jeden in die Kita lassen, der noch gerne Deckel vorbeibringen würde, bevor die Säcke nächste Woche abgeholt werden, kann sie aber nicht: „Eine Kita ist eine Schutzzone, in die natürlich nicht jeder reinkommt.“ Wer sich ebenfalls dafür einsetzen wolle, Kinderlähmung aus der Welt verschwinden zu lassen, könne das auch noch direkt über den Rotary Club und das Projekt „PolioPlus“ tun.

Die Aktion „Deckel gegen Polio“ wird in diesem Jahr allerdings zum letzten Mal stattfinden. Der Grund dafür ist zum einen, dass das Material der Deckel nicht mehr so viel wert ist, wie früher. Außerdem gibt es zu wenige Ehrenamtliche, die helfen. Zum 30. Juni 2019 wird die Sammelaktion eingestellt. Umso mehr freut sich Maike Nava darüber, dass ihre Kinder und viele andere Wiesbadener zum Abschluss noch einmal fleißig sammeln konnten. (nl)

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