Land Hessen will minderjährige Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen

Bund soll entscheiden

Land Hessen will minderjährige Geflüchtete aus Griechenland aufnehmen

Nachdem sich der Oberbürgermeister und der Sozialdezernent der Stadt Wiesbaden bereits für die Aufnahme von Geflüchteten aus dem Mittelmeerraum ausgesprochen haben, zieht das Land Hessen jetzt nach. Wie aus einer Mitteilung des Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) hervorgeht, sei man dazu bereit, unbegleitete minderjährige Geflüchtete aus Griechenland aufzunehmen.

„Auch wir in Hessen stellen uns der Verantwortung und sind grundsätzlich bereit, weitere Minderjährige aus den Flüchtlingsunterkünften auf den griechischen Inseln aufzunehmen“, erklärte Sozial- und Integrationsminister Kai Klose (Grüne). Dort würden besonders viele Menschen auf engem Raum und unter problematischen hygienischen Bedingungen zusammen leben. Deshalb habe das hessische Sozialministerium der Bundesregierung mitgeteilt, dass Hessen bereit sei, zu helfen. „Jetzt ist der Bund am Zug und muss entscheiden“, so Klose.

Für die Aufnahme, Unterbringung und Versorgung unbegleiteter Minderjähriger sind in Hessen die Jugendämter zuständig. Der Hessische Landkreistag habe dem HMSI mitgeteilt, dass die Landkreise willens und in der Lage seien, bis zu 100 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingsunterkünften auf den griechischen Inseln aufzunehmen.

Aktuell befinden sich 2555 unbegleitete Minderjährige und junge Volljährige in jugendhilferechtlicher Zuständigkeit in Hessen. Weltweit sind 71 Millionen Menschen auf der Flucht; fast die Hälfte davon ist jünger als 18 Jahre. (ts)

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