Luftqualität in der Silvesternacht wieder deutlich verschlechtert

Nach zwei Jahren coronabedingter Böllerpause war privates Feuerwerk an Silvester zum Jahreswechsel wieder erlaubt. Das hatte jedoch erhebliche Folgen für die Luftqualität in Hessen.

Luftqualität in der Silvesternacht wieder deutlich verschlechtert

Die Luftqualität in Hessen hat sich in der Silvesternacht 2023 wieder massiv verschlechtert. Das teilt das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie am Montag mit. Die Werte haben sich wieder den schlechten Ständen von vor Beginn der Corona-Krise 2020 angeglichen.

In den vergangenen beiden Jahren war wegen der Pandemie das Zünden von Privatfeuerwerk verboten. So lag in den vergangenen beiden Jahren das Tagesmittel für Feinstaub (PM10) am Neujahrstag an allen Messstationen in Hessen deutlich unterhalb von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. In diesem Jahr sei wieder wesentlich mehr geböllert worden als zuvor. Deshalb sei die Luft an den Messstationen in Hessen ähnlich verschmutzt wie an einem 1. Januar vor der Covid-19-Pandemie, erklärte das Landesamt.

Der Anstieg der Feinstaubkonzentration nach Mitternacht (Halbstundenmittelwert von 0 bis 0:30 Uhr) auf etwa 380 Mikrogramm pro Kubikmeter im Mittel über alle städtischen Stationen fiel im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker aus. Insgesamt wurde an sieben Messstationen der Wert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter im Tagesmittel überschritten. Maximal wurde ein Tagesmittel von etwa 120 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht. Im Vergleich zu Neujahr 2020, also vor der Covid-19-Pandemie, war die Belastung durch Feinstaub ähnlich hoch, aufgrund der Witterungsverhältnisse sank die Feinstaubkonzentration diesmal verhältnismäßig schnell wieder ab.

Die allgemeine Witterung in der Silvesternacht spiele in der Regel eine große Rolle für die resultierenden Feinstaubwerte. Austauscharme Wetterlagen, gekennzeichnet unter anderem durch wenig Wind, können für eine langanhaltend starke Feinstaubbelastung sorgen – wie am Neujahrstag 2020 . Im Gegensatz dazu führen beispielsweise sehr windreiche oder regnerische Silvesternächte zu einer schnellen Verdünnung von Luftschadstoffen in der Atmosphäre. Oft sind die Feinstaubkonzentrationen am 1. Januar wegen der Feuerwerksaktivitäten stark erhöht.

Hintergrund

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten EU-weit Grenzwerte für Feinstaub. Beim Feinstaub der Fraktion PM10 muss ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter eingehalten werden. Außerdem darf ein Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht häufiger als 35 Mal in einem Kalenderjahr überschritten werden. Beide Grenzwerte werden in Hessen seit Jahren eingehalten.

Logo