Zehntausende Kinder können wegen Corona nicht schwimmen

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Regeln haben dafür gesorgt, dass viele Kinder nicht schwimmen lernen konnten. Auch Rettungsschwimmer können nur noch schwer ausgebildet werden. Das wird zum Problem.

Zehntausende Kinder können wegen Corona nicht schwimmen

Schwimmen lernen – für Kinder ist das nicht nur aufregend, sondern auch wichtig für die Zukunft. Wer gut schwimmen kann, hat weniger Angst im Wasser und kann sich im Ernstfall aus brenzligen Situationen retten. Um richtiges und ausdauerndes Schwimmen zu lernen, gibt es Schwimmkurse – auch von der DLRG. Die durch die Pandemie geschlossenen Schwimmbäder machten es im vergangenen Jahr allerdings kaum möglich, solche Kurse anzubieten. Auch Rettungsschwimmer konnten kaum ausgebildet werden. Das Ergebnis: Etliche Kinder in Hessen können nicht schwimmen und Eltern suchen vergeblich nach Kursen.

Hohe Auflagen

Wie Maria Mildenberger von der DLRG Kreisgruppe Wiesbaden und Schierstein erklärt, dürfen Schwimmkurse zwar theoretisch wieder stattfinden, Teilnehmer und Ausbilder müssen sich aber an viele Regeln halten. So gibt es strenge Personenbegrenzungen. Nach vorheriger Terminvergabe dürfen maximal zehn Personen die Einrichtung betreten. Genesene, Geimpfte und Kinder unter 14 Jahren sind davon ausgenommen. Hinzu kämen konkret für das Schwimmtraining weitere Personenbegrenzungen pro Bahn.

„Nach diesen Vorschriften ist es uns derzeit nicht möglich Schwimmkurse oder Rettungsschwimmkurse durchzuführen.“ - Maria Mildenberger, DLRG

„Nach diesen Vorschriften ist es uns derzeit nicht möglich Schwimmkurse oder Rettungsschwimmkurse durchzuführen“, sagt Mildenberger. „Erschwerend kommt hinzu, dass verfügbare Trainingszeiten der Bäder stark begrenzt sind.“ Mattiaqua teilte auf Anfrage mit, dass aktuell keinerlei Kurse in den städtischen Bädern angeboten werden können.

DLRG wird mit E-Mails überhäuft

Die Nachfrage ist währenddessen sehr hoch. Nach Schätzungen des Hessischen Schwimm-Verbands (HSV) haben zehntausende Kinder in Hessen wegen Corona nicht Schwimmen gelernt. Das bekommt auch die DLRG zu spüren. „Aktuell können wir in den Kreisgruppen und über die E-Mail-Flut an den DLRG Kreisverband Wiesbaden e.V. feststellen, dass viele Eltern und Interessenten am Rettungsschwimmer händeringend nach einem Kurs suchen“, sagt Jörn Weise, Ausbildungsleiter beim DLRG Kreisverband in Wiesbaden. Die Ausbildung der Rettungsschwimmer sei vor allem für Feuerwehr und Polizei sehr wichtig. Auch einige Studenten brauchen den Rettungsschwimmer, um ihr Studium beginnen oder fortführen zu können.

Deshalb und um den Kindern endlich wieder eine Möglichkeit zu geben, schwimmen zu lernen, stehe die DLRG schon lange in Gesprächen mit Betreibern und Vereinen. „Wir als Kreisverband hoffen natürlich mit den Betreibern eine Einigung zu finden, um den hohen Bedarf in den einzelnen Kreisgruppen zu decken“, sagt Jörn Weise. Bald könnte es Neuigkeiten geben. Zur Klärung des weiteren Vorgehens fanden am Dienstag (22. Juni) Gespräche mit allen betroffenen Vereinen und Mattiaqua statt.

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