So machen sich die Mainzer an Fastnacht über Wiesbaden lustig

In Büttenreden und auf Motivwagen nehmen die Mainzer Narren Wiesbaden gerne aufs Korn. In diesem Jahr gibt es unter anderem wieder einige Gags in der TV-Sitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“.

So machen sich die Mainzer an Fastnacht über Wiesbaden lustig

„Jenseits des Rheins, im zarten Ausläufer des Taunusgebirges, schmiegt sich eine lieblich kleine anmutende Stadt, deren heiße Quellen im Kurgebiet schon in früheren Jahrhunderten Bedeutung hatten“. Mit diesem Worten oder ähnlichen schwärmte Andreas Schmitt in den vergangenen Jahren von Wiesbaden, wenn er als Sitzungspräsident die Show „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ eröffnete. Doch nicht nur liebliche Worte fallen jährlich bei der großen TV-Show über die hessische Landeshauptstadt. Die Skandale rund um Oberbürgermeister Sven Gerich geben den Fastnachtern in diesem Jahr besonders viel Futter, um Wiesbaden aufs Korn zu nehmen.

„Filzbaden“ als Fastnachtsthema

Bereits in der Generalprobe am Mittwoch wurde klar: Würde Gerich am Freitagabend wie in den vergangenen Jahren im Kurfürstlichen Schloss im Publikum sitzen, würde er seinen Namen das ein oder andere Mal hören. Auf dem roten Teppich war er in diesem Jahr aber nicht zu sehen - Medienberichten zufolge hat er kurzfristig angesagt.

In der Sitzung greift etwa Lars Reichow in seinen „Anchorman Fastnachtsthemen“ die Geschichten aus dem Wiesbadener Rathaus auf. „Ich weiß nicht, was genau da passiert ist, ich hätte aber nie geglaubt, dass da überhaupt mal was passiert“, weist der Redner auf einen Skandal in der ansonsten so anständigen Stadt hin.

Johannes Bersch bringt in seiner Büttenrede ein ganz anderes Thema zur Sprache. Als „Moguntia“ berichtet er von den Beziehungen zwischen den beiden Landeshauptstädten. „Schade, dass er nicht mehr antritt“, sagt er über Gerich und begründet: „In den letzten Jahren sind Mainz und Wiesbaden doch so warm miteinander geworden.“ Bei der Show am Freitag passte er seinen Beitrag an und bot dem Mainzer OB Ebling seine Kreditkarte an - für den Fall, dass Ebling ohne Gerichs Begleitung nicht weiß, wie er seine Rechnung bezahlen soll.

Florian Sitte gehört im Angela Merkel-Kostüm ebenfalls zu den bekanntesten Acts der Sitzung. Er fasst zusammen, dass Gerich jemandem einen Gefallen getan habe, nachdem er sich zu einem Urlaub habe einladen lassen. Als Kanzlerin verkleidet schiebt er jedoch schnell nach: „In Mainz ist so ein Verhalten schon Einstellungskriterium.“

Motivwagen beim Rosenmontagsumzug

Zur Fastnacht nehmen die Mainzer also auch in diesem Jahr nicht nur Wiesbaden, sondern auch sich selbst aufs Korn. Das erkennt man auch an den Motivwagen, die am Rosenmontag durch Mainz rollen werden. Einen klaren Seitenhieb auf Wiesbaden haben die Bauer vom „Mainzer Carneval-Verein 1838“ (MCV) aber bei einem Wagen geschaffen, der eigentlich das Verkehrschaos im gesamten Rhein-Main-Gebiet darstellen soll: Dort wurde der Stadtname „Wiesbaden“ auf einem Ortschild mit Rotstift in „Filzbaden“ umgeändert.

Die ARD überträgt die Sitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ am Freitag, 1. März, ab 20:15 Uhr live aus dem Kurfürstlichen Schloss in Mainz. Die Motivwagen des MCV und anderen Vereinen gibt es beim Rosenmontagszug am 4. März zu sehen. (lp)

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