Wie das älteste Bauwerk Wiesbadens gerettet werden soll

Schon seit 2016 ist die Heidenmauer wegen Schäden hinter einem Gerüst verschwunden. Um das älteste Bauwerk Wiesbadens langfristig zu bewahren, soll es einen dauerhaften Schutz bekommen.

Wie das älteste Bauwerk Wiesbadens gerettet werden soll

„Warum passiert hier nichts?“ oder „Wird hier eigentlich noch gebaut?“: Solche oder ähnliche Sätze hört man immer wieder, wenn es um das Wiesbadener Römertor und die dazugehörige Heidenmauer geht. Zwar ist das Bauwerk seit 2016 eingerüstet, arbeitende Menschen sieht man dort aber kaum.

Fehler der Vergangenheit

Dass aber trotzdem konstant etwas an der über 1500 Jahre alten Mauer aus der Römerzeit passiert, weiß Hans-Martin Kessler (CDU), Baudezernent der Stadt Wiesbaden: „Aktuell finden sehr aufwändige bauliche Untersuchungen an der Mauer statt.“ Diese sind nötig geworden, weil das älteste Bauwerk der Stadt durch die Umwelteinflüsse der vergangenen Jahrhunderte stark gelitten hat. Doch auch Maßnahmen, die eigentlich dem Erhalt des Bauwerks dienen sollten, machen ihm zu schaffen: „In der Vergangenheit wurden an der Mauer moderne Baustoffe wie Beton angebracht, welche sich sehr schlecht mit den alten Steinen vertragen.“

Daher nimmt das Hochbauamt immer wieder Proben an der Mauer, die dann in Laboren untersucht werden. So will die Stadt herausfinden, wie man das Bauwerk für nachfolgende Genrationen am besten erhalten kann. Doch durch Restaurationsarbeiten alleine kann die Heidenmauer nicht ewig geschützt werden, erklärt Kessler. Daher soll die Mauer künftig mit einem Schutzbauwerk vor äußerlichen Einflüssen geschützt und so dauerhaft erhalten werden. Wie dieses Schutzschild genau aussehen soll, ist noch offen, klar sei nur, dass die Mauer so gut es geht sichtbar bleibt.

Auch die Umgebung soll sich verändern

Zur Umsetzung wird die Stadt daher noch im September einen Architektenwettbewerb ausrufen. Bewerber sollen nicht nur ein Konzept für das Schutzbauwerk vorlegen, sondern auch Ideen entwickeln, wie das Umfeld des Römertors attraktiver gestaltet werden könnte. „Der Bereich um die Heidenmauer bietet nur wenig Aufenthaltsqualität“, meint Kessler. Denkbar wäre eine Neugestaltung des Areals, das sich vom Römertor über den Schulberg bis zum Denkmal an der ehemaligen Synagoge erstreckt. Auch der kleine Parkplatz an der Coulinstraße, ein Relikt der alten Hochbrücke, könnte dann einer Grünanlage weichen.

Bis es zu der angestrebten Neugestaltung kommt, wird laut dem Dezernenten jedoch noch einige Zeit vergehen. Auch für die Restaurierung der Mauer ist noch lange kein Ende in Sicht. Um die Zeit der Bauarbeiten wenigstens optisch zu verschönern, wurde die Heidenmauer vergangene Woche verhüllt. Auf der Folie finden sich neben einer Abbildung der darunter befindlichen Wände auch mehrere Informationstafeln, die die Geschichte des Bauwerks zeigen. (ab)

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