In der Wiesbadener Innenstadt hängen bald Fliesen mit besonderer Geschichte

Diakonisches Werk sucht noch nach „Fliesenpaten“

In der Wiesbadener Innenstadt hängen bald Fliesen mit besonderer Geschichte

An verschiedenen Hausfassaden in der Wiesbadener Innenstadt werden bald 20 Fliesen hängen, die auf die Bedürfnisse und Probleme von Wohnungslosen in der Stadt aufmerksam machen sollen. Gestaltet werden die Fliesen in den nächsten Wochen von Menschen, die selbst betroffen sind.

Hinter dem Kunstprojekt mit dem Namen „Hausfliesenbruch“ steht das Diakonische Werk. Die 20 Menschen sollen die Fliesen in der Werkstatt des Übergangswohnheims Köhlstraße in Erbenheim gestalten. Dabei sollen sie ihre Erfahrungen, Erinnerungen, Ärgernisse, aber auch ihre Wünsche und Ideen künstlerisch verarbeiten können. Angeleitet werden sie dabei von einer Kunsttherapeutin. Auch ein kleines Interview gehöre dazu, erklärt das Diakonische Werk. Anschließend werden die Fliesen in der Stadt befestigt und mit QR-Codes versehen, die weitere Infos über das Projekt bereitstellen.

Durch die Fliesen sollen die von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen nicht nur auf ihre Bedürfnisse aufmerksam machen, es gehe auch um Teilhabe. „Das Projekt ‘Hausfliesenbruch’ stellt auch eine politische Frage: nämlich ob und wo wohnungslose Menschen in Wiesbaden kleine Nischen der Sichtbarkeit erhalten – und wenn es nur 15x15 cm sind“, sagt Matthias Lutz, Bereichsleiter Wohnhilfen des Diakonischen Werks Wiesbaden.

Das Diakonische Werk hofft deshalb auf genügend „Fliesenpaten“, die sich dazu bereit erklären, die Fliesen einige Monate lang an ihrem Haus oder Schaufenster ihres Geschäfts auszustellen. Freiwillige können sich unter hausfliesenbruch@dwwi.de melden. Gesponsert wird das Projekt vom Stiftungsfonds DiaCase der Stiftung Diakonie Hessen.

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