Mitten in Berlin wächst Rheingauer Wein

60 bis 80 Flaschen für besondere Anlässe

Mitten in Berlin wächst Rheingauer Wein

Nicht nur für ihren Riesling ist die Weinregion rund um Wiesbaden international bekannt. Doch ein Rheingauer Wein kommt ausgerechnet aus dem fast 600 Kilometer weit entfernten Berlin. Das klingt kurios, lässt sich aber ganz einfach erklären.

Rheingauer Wein in Berlin

Wenige Gehminuten vom Brandenburger Tor entfernt liegt in der Bundeshauptstadt die Hessische Landesvertretung. Neben Büros gibt es dort eine Freifläche, die ähnlich wie eine Botschaft im Ausland „hessischen Boden“ hat. „Hessen ist ein Weinland und bringt Weine von Weltrang hervor. Der Riesling hat seine Ursprünge in Hessen. Deshalb haben wir in unserer Hauptstadtvertretung natürlich auch Weinstöcke“, erklärt Staatsministerin Lucia Puttrich. Sie hat - gemeinsam mit anderen hessischen Ministern - in dieser Woche die Weinlese in Berlin eingeläutet, denn aus den Trauben soll bald Riesling werden.

„Die Trauben sind so süß wie nie zuvor“, erklärt Winzer Hannes Lewerenz, der bei der Traubenlese half. Angelegt wurde der Hauptstadtweinberg von der Forschungsanstalt für Garten- und Weinbau in Geisenheim. Und genau dorthin werden jetzt die rund 100 Kilo Trauben gebracht. Im Rheingau werden sie gekeltert und als Wein in Flaschen abgefüllt. Die Sorte ist dabei nicht als „Riesling“, sondern als „Rotling“ bekannt - weil an den 160 Rebstöcken in Berlin sowohl weiße, als auch rote Trauben wachsen.

Besonderes Geschenk

An den Wiesbadener Weinprobierständen gibt es die spezielle Sorte aber nicht zum Probieren. Die Ernte reicht laut Winzer nur für rund 60 bis 80 Flaschen, und die kommen nicht in den Handel. Sie bleiben im Besitz des Landes Hessen und werden zu besonderen Anlässen an Gäste verschenkt.

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