Von Wiesbaden aus zu Fuß ans Meer: Wie Jenny ihr Glück finden will

Gemeinsam mit ihrer besten Freundin will die Wiesbadenerin Jenny von Wiesbaden aus 500 Kilometer bis ans Meer laufen. Ihr Ziel: Nach einer schweren Zeit endlich wieder glücklich werden. Bei ihrer Reise können sie die Wiesbadener begleiten.

Von Wiesbaden aus zu Fuß ans Meer: Wie Jenny ihr Glück finden will

„Ich bin total aufgeregt“, sagt Jenny Schiradin, wenn sie an ihre geplante Reise denkt. Am Morgen des 7. Juli soll es losgehen. Von ihrer Haustür in Südost aus geht es gemeinsam mit ihrer besten Freundin Vici nach Wilhelmshaven an die Nordsee. 500 Kilometer, 16 Tage Zeit und das einzige Fortbewegungsmittel, das ihr zur Verfügung steht, sind ihre Füße. Die Route sucht eine App für sie aus. Jenny und Vici selbst wollen sich überraschen lassen, wie genau diese aussehen wird und wo sie übernachten können. „Ich habe nur geguckt, wie man direkt bis ans Meer kommt“, sagt Jenny. Alles andere will sie auf sich zukommen lassen.

Nordsee statt Jakobsweg

„Das Ziel: Endlich wieder glücklich sein“, Jenny Schiradin

„Endlich wieder glücklich sein“ - das ist Jennys großes Ziel dieser Reise. Denn Anfang des Jahres hat die 35-jährige Berufsschullehrerin eine schmerzhafte Trennung durchgemacht und sich dazu entschlossen, ein Wagnis einzugehen, um wieder zu sich selbst zu finden. Noch nie zuvor habe sie eine Wanderung gemacht, die über mehrere Tage geht; für Camping sei sie eigentlich nicht der Typ. Diese Reise soll ihr beibringen, das Leben zu nehmen, wie es kommt, sich zu überwinden und das Alte hinter sich zu lassen.

„Nach der Trennung war Laufen das einzige, was mir geholfen hat.“

Die Idee ist eigentlich aus der Not geboren. „Nach der Trennung war Laufen das einzige, was mir geholfen hat“, erzählt Jenny. Gemeinsam mit Vici ist sie immer wieder viele Kilometer rund um Wiesbaden gewandert, um sich abzulenken. Daraus entstand zunächst der Plan, im Sommer den Jakobsweg zu laufen. Doch dann kam die Corona-Krise. „Jetzt hat man noch weniger Ablenkung, weil man so wenig tun kann“, sagt Jenny. Anstatt den Plan ganz zu verwerfen, kam ihr die Idee, innerhalb Deutschlands zu wandern. Ihre beste Freundin Vici unterstützt sie bei all dem, sagt sie. „Das ist so toll, ich weiß nicht, ob ich es ohne sie gemacht hätte.“

Jenny führt ein Instagram-Tagebuch

Unterstützen kann Jenny auch jeder andere, der sich für ihren Weg interessiert. Denn ihre Reise zum Glück will sie über ihren Instagram-Account „happiness_in_progress2020“ dokumentieren. „Und zwar so authentisch wie möglich, mit allen Höhen und Tiefen“, sagt sie. Dadurch will sie nicht nur Freunde und Familie an ihrem Weg teilhaben lassen, sondern auch andere inspirieren, dasselbe zu tun. „Vielleicht schließt sich sogar jemand für ein paar Kilometer auf unserer Reise an, da würde ich mich total freuen.“

„Wie gut muss dieses Gefühl sein, wenn wir endlich am Meer angekommen sind und wissen: Das haben wir geschafft.“

Bis es losgeht, versucht Jenny jetzt, Sponsoren für ihre Ausrüstung zu finden. Denn bisher haben die beiden Freundinnen weder die richtigen Schuhe noch Rucksäcke für ihre Reise. Ansonsten wollen die beiden weiterhin mithilfe von Wanderungen im Umkreis für die Tour trainieren. „Und das war es eigentlich an Vorbereitung“, sagt Jenny. Ob sie mit ihrer Reise das Ziel „glücklich sein“ erreichen wird, darauf ist sie selbst gespannt. Die Vorfreude ist aber schon da: „Wie gut muss dieses Gefühl sein, wenn wir endlich am Meer angekommen sind und wissen: Das haben wir geschafft.“ (ab)

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