Jennys Wanderung zum Glück: Wie geht es nach Ende der Reise für sie weiter?

Die Wiesbadenerinnen Jenny und Vici sind über 600 Kilometer weit bis an die Nordsee gelaufen. Vor Kurzem haben sie ihr Ziel erreicht. In einem Gespräch erzählen sie, wie es ihnen jetzt geht und welche Pläne sie für die Zukunft haben.

Jennys Wanderung zum Glück: Wie geht es nach Ende der Reise für sie weiter?

Über zwei Wochen lang waren die Wiesbadenerinnen Jenny und Vici zu Fuß unterwegs. Um über eine schmerzhafte Trennung hinwegzukommen, wollte Jenny etwas Neues wagen. Ihre Hoffnung: Die Wanderung sollte sie wieder glücklich machen (wir berichteten). Ihre Reise haben die beiden Freundinnen täglich über ihren Instagram-Account „Happiness _in_progress 2020“ festgehalten.

Nach mehr als 600 Kilometern zu Fuß sind die beiden vor Kurzem an der Nordsee — und somit am Ziel — angekommen. Wieder in Wiesbaden, haben wir mit den beiden gesprochen. Wie hat es sich angefühlt, endlich am Ende der Reise anzukommen? Ist Jenny ihrem Ziel Glücklichsein näher gekommen? Und wie geht es jetzt für sie weiter?

Ernüchterung am Tag der Ankunft

„Wir waren am Ziel angekommen, aber wollten eigentlich gar nicht ankommen.“ - Jenny Schiradin

„Sollen wir ehrlich sein?“, fragt Jenny und lacht. „Als wir am Ziel angekommen sind, war es echt ernüchternd. Wir haben uns ja vorgestellt, wie wir unsere Rucksäcke wegwerfen, die Schuhe ausziehen und durch den Sand direkt ins Meer rennen. Aber so war es einfach nicht.“ Stattdessen war der Wilhelmshavener Südstrand gar kein richtiger Strand. „Es sah eher aus wie ein Flussufer“, erinnert sich Vici.

Hinzu kam noch ein anderes Gefühl: „Wir waren am Ziel angekommen, aber wollten eigentlich gar nicht ankommen“, sagt Jenny. Kurzerhand entschieden die beiden, noch ein Stück weiterzulaufen und machten einen Tagesausflug auf eine Insel. „Da hatten wir dann endlich das Meer, wie wir es uns vorgestellt haben. Das war sehr schön und ein toller Abschluss.“

„Plötzlich kommen wieder alte Erinnerungen zurück, das ist nicht so schön.“ - Jenny

Eine Ernüchterung wie am Tag der Ankunft in Wilhelmshaven wartete auch auf Jenny, als sie wieder Zuhause in Wiesbaden ankam. „Plötzlich kommen wieder alte Erinnerungen zurück, das ist nicht so schön“, sagt sie. Und trotzdem habe ihr die Reise viel gebracht.

Reise hat Jenny geholfen

„Manchmal ist man traurig, aber es wird besser.“ - Jenny

„Was mir die Reise gezeigt hat ist, dass das Leben es gut mit uns meint und viele tolle Dinge passieren können“, sagt Jenny. Das Leben sei ein ständiger Weg zum Glück. Schon als die beiden noch die Hälfte ihrer Reise vor sich hatten, haben sie von vielen positiven Momenten erzählt. Vor allem die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen, die sie unterwegs trafen, hat Jenny beeindruckt (wir berichteten). „Manchmal ist man traurig, aber es wird besser. Die vielen Menschen, die uns persönlich oder über Instagram begleitet haben, haben mir so viel Mut mit ihren eigenen Geschichten gemacht. Das ist einfach toll.“

Weitere Wanderungen und Buch geplant

Weil ihnen die Wanderung so viel Spaß gemacht hat, soll die Reise an die Nordsee auch nicht die letzte gewesen sein. In den Herbstferien wollen Jenny und Vici in die andere Richtung — also in den Süden Deutschlands — laufen. Bis es soweit ist, wollen sie gemeinsame Wanderungen mit ihren Instagram-Begleitern organisieren. Diesen Sonntag soll es beispielsweise 15 Kilometer lang in Richtung Platte gehen. All das wollen sie auch weiterhin auf ihrem Instagram-Account zeigen.

„Viele haben gesagt, ich soll ein Buch über meine Reise schreiben. Vielleicht mache ich das sogar.“ - Jenny Schiradin

Und: Jenny hat sich noch etwas anderes vorgenommen. „Viele haben gesagt, ich soll ein Buch über meine Reise schreiben. Vielleicht mache ich das sogar, denn auch das Schreiben hilft mir sehr.“ (ts)

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