Nach Fahndung: Zweiter Busunfall-Gaffer stellt sich

Öffentlichkeitsfahndung zurückgenommen

Nach Fahndung: Zweiter Busunfall-Gaffer stellt sich

Nachdem die Polizei bereits einen der Urheber der Gaffervideos des Busunfalls am Wiesbadener Hauptbahnhof ermitteln konnte, hat sich am Dienstagabend auch der zweite gemeldet. Er meldete sich, nachdem die Beamten mithilfe einer Öffentlichkeitsfahndung nach ihm gesucht hatten. Beide Filmer müssen jetzt mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Der erste Tatverdächtige konnte durch einen Zufall bereits im Dezember identifiziert werden. Wie die Polizei mitteilte, erschien ein 38-jähriger Wiesbadener am 14. Dezember auf dem 1. Polizeirevier um Strafanzeige in einer anderen Sache zu erstatten. Ein Beamter erkannte den Mann jedoch. Daraufhin wurde das Handy des Mannes beschlagnahmt.

Der zweite Mann meldete sich am Dienstagabend selbst bei der Polizei, nachdem diese mithilfe der Öffentlichkeit nach ihm gesucht hatte. Der 17-jährige Wiesbadener gab an, der Mann auf den Fahndungsfotos zu sein. Im Verlauf der Fahndung gaben außerdem mehrere Personen an, dass es sich bei dem Gesuchten tatsächlich um den 17-Jährigen handelte. Die Polizei nahm die Öffentlichkeitsfahndung daraufhin am Mittwoch zurück.

Die Wiesbadener Staatsanwaltschaft und die Polizei haben Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen eingeleitet. Die Behörden sehen es als verwerflich an, dass Passanten nach dem Unfall die Szenerie und die Verletzten gefilmt haben, anstatt Hilfe zu leisten. (df)

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