Das sind die gruseligsten Orte Wiesbadens

Ruinen im Nirgendwo, alte Gruften und Treppen in die Unterwelt: Wiesbaden kann ganz schön gruselig sein. Weil heute Halloween ist, haben wir uns auf die Suche nach den unheimlichsten Ecken der Stadt gemacht.

Das sind die gruseligsten Orte Wiesbadens

Normalerweise ist „gruselig“ nicht unbedingt das erste Wort, das einem einfällt, wenn man sich in Wiesbaden umsieht. Die Stadt ist eher bekannt für ihre historischen Gebäude und Sehenswürdigkeiten wie das Kurhaus und die Nerobergbahn. Und dennoch gibt es auch gruselige Ecken in der Stadt. Pünktlich zu Halloween haben wir vier Orte für euch herausgesucht, die auch Kulisse für einen Horrorfilm sein könnten.

Alte Ziegelei

Die Alte Ziegelei an der B455 zwischen Bierstadt und Naurod ist ein echter „Lost Place“ und besonders nachts kann es einem dort mulmig werden. Die verfallene, mit Graffitis besprühte Industrieruine und das Wohnhaus nebenan liegen weit außerhalb der Innenstadt und sind immer wieder Anlaufpunkt für neugierige Entdecker.

Zwar sehen die Gebäude heute gruselig aus, die Vergangenheit der Ziegelei ist es aber nicht. Bis in die 1950er Jahre stellte die Firma „Nath und Oeder“ dort Ziegelsteine her. Noch heute sieht man einen Hoffmannschen Ringofen, der als Vorläufer der modernen Tunnelöfen gilt. Das Exemplar in der Ziegelei wurde sogar vom Landesamt für Denkmalpflege als industriegeschichtliches und stadtbauliches Kulturdenkmal eingestuft. Trotzdem verfallen die Gebäude seit Jahren. Zuletzt war geplant, dort eine Reitanlage zu bauen und die denkmalgeschützten Teile zu erhalten.

Historische Mauern im Wald

Genauso verlassen wie die Alte Ziegelei sehen diese Mauern im Wald in der Nähe der Fasanerie aus:

In der Dunkelheit sieht man sie kaum, weil sie an einem Pfad parallel zum Fasanerieweg stehen und nicht beleuchtet sind. Darüber, was es mit den Mauern auf sich hat, ist wenig herauszufinden. Was man weiß: Vor rund 170 Jahren wurden an dieser Stelle militärische Schießanlagen gebaut – genauer gesagt zwischen 1851 und 1857. Wie die Anlage nach ihrer Zeit als Übungsplatz genutzt wurde, ist unklar. Aus alten Akten geht hervor, dass zwischen 1946 und 1948 Teile der Mauerreste ohne Genehmigung abgerissen und verwertet wurden. Wo genau, erfährt man nicht. Heute hat die Anlage keine Funktion mehr und wird höchstens als Treffpunkt von Jugendlichen genutzt. Sie ist aber als Kulturdenkmal geschützt und hat Gruselpotenzial.

Wiesbadener Unterwelt

Ein bisschen schaurig ist der Gedanke schon, dass es unter Wiesbaden noch eine ganz andere Welt gibt, in die man einmal im Jahr sogar selbst hinabsteigen kann. Denn sieben Meter unter der Wilhelmstraße liegt der Salzbachkanal. Der aus kunstvoll gemauerten Korbbögen bestehende Kanal steht unter Denkmalschutz und ist kein Abwasser- sondern ein Bachkanal. Bei Bedarf kann er pro Sekunde eine Wassermenge von etwa 85.000 Litern ableiten.

Schon kurz nach seiner Eröffnung 1907 bot die Stadt erste Führungen in der Unterwelt an. Auch heute kann man sich den drei Kilometer langen begehbaren Teil des Salzbachkanals einmal im Jahr ansehen. In den letzten Jahren haben allerdings erst das Wetter und dann die Regeln der Pandemie dazu geführt, dass die öffentlichen Führungen der Entsorgungsbetriebe abgesagt wurden. Auch in diesem Jahr fand keine Führung statt.

Alte Friedhöfe

Nachts ganz allein über den Friedhof laufen? Ein Klassiker in jedem Horrorfilm. Wenn man dann noch zu lange darüber nachdenkt, was sich in den vielen imposanten Gruften verbirgt, braucht man keine Halloweenparty mehr. Denn in einigen der großen, historischen Gebäude auf dem Nordfriedhof verstecken sich richtige Gewölbe. Die zum teil aufwändig gestalteten und mit Gold und Heiligenfiguren verzierten Räume sind seit vielen Jahren die letzten Ruhestätten ganzer Familien.

Übrigens: Am Nordfriedhof gab es vor ein paar Jahren eine Nachtführung, die sicherlich nichts für schwache Nerven war. Kunsthistorikerin Dr. Anja Kretschmer erzählte dort in der Rolle der „Schwarzen Witwe“ zum Teil gruselige Geschichten rund um die Bestattungskultur des 16. bis 19. Jahrhunderts.

Ihr kennt weitere gruselige Ecken in Wiesbaden? Dann schreibt es in die Kommentare.

Logo